Posts

Wilde Stiere und eine stürmische Nacht!

Bild
Das war eine stürmische Nacht! Allerdings im wortwörtlichen Sinne, denn der Mistral hat bis weit nach Mitternacht kräftig geblasen und am Womo gerüttelt. Am Morgen ist alles wieder friedlich, und bevor wir aufstehen, werden schon einige Pferde für den Ausritt gesattelt. Von den vielen Stieren sehen wir gerade keinen, die haben hier viel Platz auf der Weide. Die Weide gibt hier allerdings nichts her, daher müssen sie wohl so groß dimensioniert werden. Zu Brigittes Geburtstag gibt es heute ausnahmsweise nur ein kleines Frühstück. Wir hatten dann doch einmal die Rezensionen zu dem hiesigen Restaurant angeschaut und waren überrascht, dass es doch so gut bewertet wurde. Wir haben daher den Tagesplan geändert, und statt Abendessen am Meer mit Fisch und Meeresfrüchten, wird es heute Mittag mitten in der Prärie Stier satt geben. Wir sind es zwar gar nicht mehr gewöhnt, mittags groß zu essen, aber hier müssen wir es, da das Restaurant am Abend nicht geöffnet hat. Der große Kamin am Empfang ...

Ab in die Camargue

Bild
Der nächste Tag empfängt uns mit einem schönen Sonnenaufgang. Das bekomme sogar ich hier um 8:15 Uhr hin, den Rest des Jahres konzentriere ich mich eher auf die Untergänge... Es ist durch den aufkommenden Mistral schon ein wenig windig, aber wir wagen uns trotzdem in die Camargue. Unterwegs machen wir Pause in einem Touristenort an der Küste. In der Saison wirken diese für uns eher abschreckend, aber jetzt haben sie und der zugehörige Strand einen gewissen Charme. Wir laufen lange am Strand entlang und später auch durch den Ort. Dort ist auch noch alles weihnachtlich geschmückt, an die Kombination von Palme und Weihnachtsbaum kann ich mich aber so schnell nicht gewöhnen. Danach fahren wir ins Zentrum der kleinen Camargue zu einem Stierzüchter zum Übernachten. Der Mistral hat inzwischen Böen von 85 km/h und ich hoffe nur, dass heute Nacht nicht die weißen Pferde und das weiße Womo umfallen! ...

Andere Länder, andere Sitten

Bild
Kurz vor Mitternacht holen wir die Flasche Sekt aus dem Kühlschrank, und exakt zum Jahreswechsel erfährt der Korken die maximal mögliche Beschleunigung. Wir stoßen auf das Neue Jahr an, schauen auf die Silhouette von Sete und warten auf die Raketen, die zum Himmel steigen. Und warten, und warten, und warten... In den nächsten Minuten zählen wir zusammen vielleicht 10 Raketen irgendwo am Horizont.  Es ist wie beim Schnorcheln mit Delfinen: Da ist eine Flosse, nein, jetzt ist da eine, und jetzt da... Es böllert auch nur sanft im Hintergrund, und wir freuen uns über eine kleine Gruppe Jugendlicher, die am Strand einige Raketen in den Sand stecken. Das waren aber sicherlich keine Physikstudenten, da sie einerseits den Abschusswinkel so wählten, dass die Rakete nach kurzem, flachen Flug zum Dynamitfischen überging oder die Haltekraft des Sandes unterschätzt wurde und die Rakete nur kurz an der Erdkugel zog. Zum Glück hatten sie zum Schluss noch eine narrensichere Raketenbatterie dab...

Marseillan

Bild
Kurzfristig haben wir entschieden, Silvester nicht am See zu verbringen. Wir kennen in Marseillan einen schönen Platz mit Meerblick, bzw. es ist der Blick auf den Etang de Thau mit der Silhouette von Sete. Das müsste doch um Mitternacht schön anzusehen zu sein. Unterwegs wollen wir wieder einmal Wasser bunkern, doch auch diese Möglichkeit funktioniert nicht. Im Winter sind selbst hier die Wasserhähne abgeschraubt. Dann eben nicht, die restlichen Liter müssen dann noch einen weiteren Tag reichen. Save Water, drink Riesling fällt mir dazu nur ein... Unser Platz ist wieder erwarten leer und schon werfen wir uns in Schale. Bei über 10 guten Restaurants im Ort wird es doch wohl irgendwo klappen, noch ohne Reservierung unterzukommen. NEIN, es klappt nicht. Die 3 einzigen offenen Restaurants sind entweder belegt, oder bieten ein Silvestermenü für 135 € an. Pro Person und ohne Getränke. So sehr in Schale sind wir auch wieder nicht. Von dem Platz mit dem Weihnachtsmarkt hören wir Musik. Vi...

Noch einmal aufs Rad

Bild
Nachdem ich im September Rückenprobleme bekommen hatte, ruhte das Radeln. Nun ist der Rücken wieder gut, es sind 14 C und die Sonne scheint. Da kann die Jahresfahrleistung doch noch etwas gesteigert werden. Ich suche mir daher eine leichte MTB-Tour um den See aus. Wobei ich weiß, dass in Frankreich "leichte" Touren mich schon oft an die Grenzen meiner MTB-Fähigkeiten bringen. Und los geht's! Nach 500 m schiebe ich das erste Mal... Am Anfang lieber etwas vorsichtiger bergab und langsam durchs Wasser und nicht durch den ganz tiefen Matsch, denke ich mir. Dabei bleibt es auch bis zum Ende. Die Strecke hat es wirklich in sich. An einer Tragepassage wird mir klar, dass es mit einem schweren E-MTB nichts mehr zu tragen gibt. Landschaftlich ist die Strecke aber sehr schön und irgendwann sehe ich ein Schild, welches den Weg als mittelschwere Wanderung kategorisiert. Kein Wunder, dass ich kaum einen 13er Schnitt hinbekomme. Auf den letzten 9 km fällt dann noch m...

Lac du Salagou

Bild
Dies ist einer unserer Lieblingsplätze. Etwas verlassen im Hinterland und außer einigen kleinen Campingplätzen in der Umgebung ist hier nicht viel los. Aber genau dies macht den Reiz aus. Außerhalb der Saison gibt es nur einige Angler, einige Spaziergänger und Womos. Das ist die richtige Stelle, um nach der Hinfahrt erst einmal zu entspannen. Wir hatten hier schon einige schöne Plätze gefunden. Wenn wir nach einigen Jahren wieder hier ankamen, gab es die oft nicht mehr. Aber bisher haben wir noch immer einen neuen gefunden. Zur Zeit ist dieser unser Favorit: Wir waren noch nie zu dieser Jahreszeit hier und waren überrascht, wie voll der See ist, und wir grün es hier sein kann. Zum Vergleich ein Bild aus 09/2017. Hier wird man einfach von Südfrankreich willkommen geheißen. Das Blau, Rot und Grün sind als ersten Eindruck nach langer Fahrt aus dem oft andersfarbigen Deutschland beeindruckend. Eigentlich hätten hier auch die ganzen Künstler der Provence vor ...

Nacht und Nebel Aktion

Gut, wir waren also nur bis Dole gekommen. Trotzdem war ich guten Mutes, heute noch durch das Zentralmassiv zu kommen. Der Wecker klingelt früh, beim Frühstück geht es auch etwas schneller voran als sonst, und los geht es. Wir haben uns von den vielen Strecken in den Süden diejenige ausgesucht, die am einfachsten zu fahren ist. Also wenig Orte und noch weniger Kreisverkehre. Und es läuft gut auf der Landstraße. Bis zu einem unerwarteten Stau vor einem Kreisel. Nach 15 Minuten wissen wir mehr. Es sind die "Gelbwesten", die den Kreisverkehr blockieren. Und ich dachte, dass die Demonstrationen schon mehr oder weniger vorbei waren. Na ja, haben wir das nun auch mal mit gemacht. Und dies war der letzte Kreisel für längere Zeit! Als wir kurze Zeit später auf offener Strecke schon wieder standen und es gar nicht vorwärts ging, schwant mir nichts Gutes. Und tatsächlich: Nachdem wir 350 km keine "Gelbwesten" gesehen haben, blockieren sie hier im Abstand von wenigen Ki...

Es geht wieder los...

Bild
Die Weihnachtszeit haben wir gut hinter uns gebracht. Das bedeutet, dass wir keinen Glühwein mehr sehen können. Immerhin war es ja so kalt, dass er gepasst hat. Der Kerzenvorrat ist auch um die Hälfte geschrumpft und auf Deezer haben wir jegliche vorhandene Weihnachtsmusik gehört. Zeit, mal wieder in die Wettervorhersage zu schauen. Oh, nach Weihnachten scheint sich eine stabile Wetterlage in Südfrankreich auszubilden. Das ist doch ein verlockendes Angebot! Nach der Festtagsfamilienrundreise haben wir also das Womo gepackt und sind heute kurz vor Mittag losgefahren. Zuerst ist es sonnig, doch bald fahren wir in eine Hochnebelsuppe rein, die wir dann heute auch nicht mehr verlassen werden. Im Sommer fahren wir gerne bis nach Ecuisses im Burgund, doch heute ist Winter und daher viel zu schnell dunkel. Früher reichte mir Standlicht, um mit 100 über die Landstraße zu fahren, aber diese Zeit ist definitiv vorbei. Vielleicht fehlt auch nur die Übung, wer aber sonst nur Öffis fährt, ü...

Frohe Weihnachten!

Bild
...und wieder geht ein Jahr zu Ende... Allerdings ein für uns ganz besonderes. Das Licht, welches wir zu Beginn des Jahres am Ende eines langen Tunnels sahen, war dieses Mal nicht ein entgegenkommender Zug, sondern das Signal, einen lang ersehnten Traum zu verwirklichen: Der aktive Übergang in die 3. Lebensphase jenseits des täglichen Weckerklingelns! Die Vorbereitungen dazu waren allerdings doch intensiver als gedacht, und so manches Mal im Januar übertraf das Bauchgrummeln doch die Euphorie. Zusätzlich wollte noch der Urlaub zu unserer Silberhochzeit im Februar vorbereitet werden. Irgendwie hat dann aber doch alles geklappt, und Schlaf wird sowieso völlig überbewertet! 😊 Ende März war dann D-Day. Mit zitternder Hand übergab ich die erste und letzte Kündigung meines Lebens. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Danach konnte ich zwar selbst Montags grinsend durch die Bürogänge gehen, die Restarbeiten hielten mich aber noch ziemlich auf Trab. Brigitte musste allerdings noch...

Zusammenfassung

Bild
Viel gibt es natürlich nicht zusammenzufassen, wir waren ja nur eine Woche unterwegs. Aber genau das war es, was die letzten Jahrzehnten nicht ging! Das Wetter wird kurzfristig gut, und wir fahren dann einfach mal weg. Jetzt haben wir es ausprobiert, und es war prima! Das Womo war in 3-4 Stunden gepackt und abfahrbereit. Für die 1-2 Dinge, die wir vergessen hatten, griff Plan B, also auch kein Problem. Die Autobahn war recht leer, genauso wie die Stellplätze. Davon haben wir immer geträumt! Wird das Wetter wieder kühl und regnerisch, dann fahren wir einfach wieder nach Hause. Prima! Jetzt scheint aber wohl wirklich von den Temperaturen her das Ende des "Endless Summer" zu kommen... Am Abend genießen wir daher in einem kleinen Restaurant mit nur 2 Plätzen leckeren Flammkuchen. Klassisch, mit Ziegenkäse, mit Maroilles und natürlich mit Munster. Danach gönne ich mir, nicht ganz passend, einen Tequila. Nicht so eine Salz-Tequila-Zitrone-Kopfweh Sache, die wohl jed...

Ende der Probezeit

Bild
Jetzt ist meine Probezeit zu Ende. Meine Probezeit als Privatier. Seit 3 Monaten mache ich nun diesen „Job“, und ich muss sagen, er gefällt mir sehr! Außer meinem Portemonnaie und meiner Leber hat auch niemand ernsthafte Bedenken angemeldet. Da fällt die Entscheidung leicht, ich nehme die Aufgabe gerne unbefristet an! ;-))) Zu diesem Thema fällt mir auch auf, dass ich genau vor 50 Jahren eingeschult wurde. Damals hörte von allen Seiten „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“. Wo ein Beginn ist, muss es auch ein Ende geben, denke ich mir, und 50 Jahre „Ernst“ sind in meinem Fall ausreichend. Jetzt ist also nicht Schluss mit lustig, sondern mit Ernst! Und das muss gefeiert werden. Dazu fahren wir ins Elsass zurück, hier sollen es heute noch mal sonnige 22 C werden. Ein wahrlich „Endless Summer“. Der Ort, die Wanderung und das Restaurant habe ich schon am Vorabend rausgesucht. Der Ort heißt Gueberschwihr. Ihr könnt beruhigt sein, auch wir sind hier noch nie gewesen, obwohl wir nu...

Halbe Kraft voraus

Bild
Aufgrund meiner eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten ist heute nur eine kleine Wanderung geplant. Daher haben wir genügend Zeit beim ansässigen Käse-Papst Anthony vorbei zu schauen. Zum Glück ist der kleine Laden rappelvoll, da hat man genügend Zeit, sich in der Auslage umzusehen. Die Preise passen allerdings gut zu den großen Fahrzeugen mit schweizer Kennzeichen auf dem Kundenparkplatz. Einige Käsesorten sehen recht reif aus, daher nehmen wir nur ein paar Stücke mit. Bei solchen Gelegenheiten haben wir oft schon zu viel mitgenommen, daher lassen wir heute die Vernunft walten. Vor der Wanderung in Ferrette machen wir dann Picknick und probieren die verschiedenen Käse. Mmmmmh... Auch die bekannten Sorten schmecken deutlich besser als z.B. die schon guten, die es auf den Märkten gibt. Scheiß Vernunft beim Kauf, denke ich mir nur! Die Wanderung selbst ist ganz nett und am Anfang auch abwechslungsreich, aber die ganze...