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Es wird windig

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Über ganz Europa zieht gerade ein Sturmtief von Nord nach Süd, welches selbst bei uns noch das Wetter bestimmt. Nach dem Frühstück wird es windig. Und wie! Wir packen uns daher winddicht ein und laufen am Strand dieses Mal nach Norden. Das geht noch gut, der Wind kommt eher von hinten.  Brigitte muss nur aufpassen, dass ihr leerer Ärmel keine Ohrfeigen austeilt. 😄 Unter all dem Treibholz findet sich auch die eine oder andere prima Sitzmöglichkeit  Hinter den Dünen taucht bald ein Feriendorf auf. Durch den vielen Sand in der Luft, knirscht es nämlich schon ganz schön im Mund. Die nun notwendigen Spar-Maßnahmen werden im Gegensatz zur Politik einstimmig beschlossen und sofort umgesetzt. 😆 Im Ort, der auch noch fast menschenleer ist, hat aber auch noch eine Kneipe auf. Und da es dort fast windstill ist, müssen wir unsere Pause noch etwas verlängern. Die Stärkung war gut, denn der Rückweg im Gegenwind ist nicht wirklich spaßig. Der nahe Flughafen misst 57,2 km/h Wind und Bö...

Genug Abwechselung

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Heute ist wieder ein Verbandswechsel auf dem Supermarktparkplatz angesagt. Wir trinken allerdings im Womo nur einen Kaffee und fahren los. Der Verbandswechsel geht schnell und ist durch die gut verheilende Wunde kein Problem. Danach fahren wir zu einem Parkplatz nahe dem Ortskern und laufen in den Ort.  Was wir da wollen? Natürlich das Frühstück nachholen! Wir nehmen gleich die 2. Wahl, bei der Ersten gab es keine Terrasse. Es ist für uns eine schöne Ablenkung, und Brigitte gefällt es auch. In der Sonne sitzend, aber die Bäume haben noch kein Laub, ist für uns immer der Beginn einer (normalerweise) schönen Reise. Wenn man etwas darauf achtet, dann gibt es genug Speisen für Einarmige. Und wenn sie so gut wie hier schmecken, umso besser! Am Nachmittag dann wieder frühlingshafte Entspannung. Am Abend dann noch eine natürliche Bespaßung, bald geht hier in den benachbarten Campingplätzen die Saison los, und dann ist laute Beschallung bis 23 Uhr angesagt. Auch wenn wir hier nun schon län...

Strandurlaub!

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Heute machen wir nach dem Frühstück einen schönen Strandspaziergang. Danach in Ruhe am Womo in der Sonne sitzen.  Inzwischen haben wir auch die ganzen Krankenhausberichte soweit übersetzt, so dass wir wissen, dass nach 4 Wochen eine radiologische Kontrolle stattfinden muss. Ansonsten gab es keine Komplikationen, und der Arzt ist mit dem OP-Ergebnis zufrieden. Am Nachmittag laufe ich noch eine Runde durch eine Salzwiesenlandschaft, dann ab unter die Dusche, so ist der Tag wieder angenehm gefüllt.

Wieder eine neue Erfahrung

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Heute ist der erste Verbandswechsel angesagt. So etwas wird in Frankreich oft  von selbstständigen Krankenschwestern (hier wird nicht gegendert! 😬) durchgeführt. Daher klingelt auch früh der Wecker. Wir haben uns auf einem Supermarktparkplatz verabredet. 15 Minuten nach der vereinbarten Zeit rufe ich an. Leider kann sie kaum Englisch, aber sie hat wohl auf dem Teil des großen Parkplatzes gewartet, der für Womos reserviert ist. Das wussten wir nicht und stehen direkt am Eingang. Kurz danach ist sie da, und im Womo ersetzt die Sonne das OP-Licht. Nachdem der Verband entfernt wurde, sehen wir das erste Mal die Wunde und sind ein wenig geschockt. Auf dem Röntgenbild sahen die vielen Klammern noch harmlos aus, in Realität wirkt es eher wie Frankensteins Meisterwerk. Zum Glück müssen danach nur noch zwei große Pflaster drauf, was viel angenehmer als der dicke Verband ist. Das ganze kostet an einem Sonntag inklusive der Wartezeit und den Pflastern, die alleine über 6 € kosten, nur 20 €! ...

Zurück nach Sérignan-Plage

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Der Preis für das gute Essen gestern war natürlich eine weitere Nacht auf dem lauten Stellplatz. Selbst mit Ohrenstöpseln kein Vergnügen. Man könnte mir die 15 €, die der Platz kostet, geben, ich würde hier keine Nacht mehr verbringen. Wir fahren nach dem Frühstück daher wieder zurück auf den Stellplatz in Strandnähe. Hier sieht es ganz anders aus. Heute ist erst einmal Entspannung für Brigitte angesagt. Der Hausmechaniker schaut inzwischen nach, warum unsere Dieselheizung so laut ist. Ok, ein Loch vor dem Schalldämpfer, dahinter wäre mir lieber gewesen... Natürlich kreisen die Gedanken, wie es nun weitergeht. 2 Wochen lang soll alle 2 Tage der Verband gewechselt werden, danach müssen die 27 (!) Klammern raus.  Zurück nach Stuttgart ist keine Option. 3 Tage rütteln im Womo mit einem Gurt über den Verletzungen wären sicher kontraproduktiv. Also erst einmal hier bleiben und die Wunde in Ruhe lassen. Die Reiseleitung hat schon längst den gebuchten Aktivurlaub storniert und (...

Geht es jetzt aufwärts?

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Same procedure as every day, kommt mir in den Sinn, als ich vom Platz wieder loslaufe. Der Wachhund macht inzwischen nur noch einmal Wuff, morgen kann ich ihn wohl streicheln. Daraus wird aber nichts, Brigitte wird heute entlassen! 😌  Die Stimmung wird besser, ich verstehe allerdings einige Passagen der Entlassungspapiere nicht und muss länger nachfragen. Nachdem wir eine Apotheke halb leergekauft haben, nehmen wir ein Taxi (ja, tagsüber gibt es wirklich einige davon) und fahren zum Stellplatz. Bevor wir ins Restaurant gehen, werden die letzten Spuren beseitigt. Im Restaurant schon fast eine herzliche Begrüßung. Schön! Beim Telefonieren mit einer Krankenschwester hilft uns die Servicekraft, da er gut Englisch spricht, die Bestellung kann ich dann wieder alleine in französisch tätigen. Heute gibt es etwas für Einarmige! Tapas...  Den Umständen entsprechend, geht es Brigitte nun deutlich besser, das macht Mut!

Wie geht es weiter?

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Ich werde um 6:00 Uhr vom Verkehrslärm wach. Und das ohne Hörgerate. Das bedeutet, dass es hier wirklich laut ist. Heute Nacht war der Platz zu einem Drittel belegt. Wer kommt hier nur freiwillig her, ich verstehe es nicht.  Wieder zu Fuß und mit dem Bus in die Klinik. Der ultrascharfe Wachhund eines Schrottplatzes, der gestern noch gefühlt das Metallgitter durchbeißen wollte, klingt heute etwas heiser. Hier läuft wohl selten jemand lang. Heute geht es Brigitte schon besser, aber die Fernseh-, Schwätz- und die nächtliche Klong- und Klöterkulisse gehen ihr auf den Keks. Wenn alles gut läuft, kann sie aber morgen entlassen werden.  Wenigstens ein Licht am dunklen Horizont...  Nach dem kulinarischem Tiefpunkt gestern, habe ich heute die bessere Wahl. Ab heute hat ein richtiges Restaurant in der Nähe des Stellplatzes geöffnet. Und hier ist es wieder richtig prima. Gute Küche, super Service, was will ich mehr.  Natürlich mit Brigitte hier sitzen, daher reserviere ich glei...

Was nun?

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Um 7:15 Uhr klingelt mein Wecker. Heute ist Schluss mit lustig, ich habe ein volles Programm. Wir haben dummerweise gestern das Womo völlig unaufgeräumt und mit sämtlichem Spülkram stehen gelassen. Das dauert jetzt natürlich doppelt so lange, bis ich abfahrbereit bin. Zuerst fahre ich zur Schule, um die Räder zu holen. Leider geht niemand ans Telefon, ich komme also nicht rein. Ich gehe um die Schule herum, entdecke einen Lieferanteneingang mit Parkplatz, gehe zurück zum Womo und fahre dort hin. Ein Mann geht gerade in die Schule, und ich rufe laut nach ihm. Ich komme wohl wegen der Rädern, erwidert er mir. Es hat sich also schon im Kollegium herumgesprochen, was gestern passiert ist. Brigittes Fahrrad scheint stabiler als Brigitte zu sein. Ok, es ist ja auch erst 12 Jahre alt. Außer ein paar Schrammen, ist nur das Pedal durch den Polleraufprall kaputt. Ich suche einen Stellplatz, der näher am Hospital ist. Ein sehr lauter Schotterplatz zwischen Autobahn, Eisenbahn und Durchfahrtsstraß...

Merde!

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Der Tag fängt wieder perfekt an. Bei strahlendem Sonnenschein, aber noch kühlen Temperaturen, laufe ich ein paar Kilometer am Strand entlang. Die schneebedeckten Pyrenäen sind im Morgenlicht zum Greifen nah und wirklich beeindruckend. Das Laufen im Sand dafür umso anstrengender, da der feste Teil des Sandes zwischen nass und trocken voll mit dem Treibholz des Winters ist und ich daher bei jedem Schritt im Sand daneben einsinke.  Nach unserem ersten Frühstück in der Sonne vor dem Womo, suche ich eine einfache Radtour raus, die natürlich auch zu einem größeren Hafen führt, wo wir einkehren wollen. Nach nur 9 km dann das abrupte Ende. Brigitte übersieht den wohl 20sten Betonpoller auf dem leeren Radweg (es war wahrscheinlich der Letzte!) und stürzt!  Nach kurzer Zeit hält ein Wagen mit einem jungen Sportlehrer aus der nahen Schule und übernimmt die Erstversorgung. Wir haben zwar auch ein Erste-Hilfe-Paket im Radrucksack, aber zu dessen Anwendung kam ich gar nicht. Er ruft auch gl...

Ruhetag

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Nach diesen ersten Tagen mit so vielen Eindrücken machen wir heute einfach nichts.  Ist bei der Lage doch verständlich, oder? Der Wind hat nachgelassen und ab Mittag sitzen wir in kurz vor dem Womo.  Nur nach dem Ver- und Entsorgen außerhalb des Platzes kommt etwas Spannung auf, denn die Eingangsschranke lässt sich nicht mehr öffnen. Zum Glück ist die Hotline des Platzbetreibers gut besetzt, und ein Mitarbeiter kann das Problem schnell lösen. Der Rest des Tages geht auch ohne große Aktionen einfach vorbei, und am Abend versuchen wir es das erste Mal mit kochen...  

Die Krönung!

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Die Nacht direkt an der Straße ist für uns heute wirklich leise. Es ist Sonntag, und der normale morgendliche Verkehr zu den ganzen Austernzüchtern ab 5 Uhr fällt quasi aus. Prima! Auch wenn ich noch recht müde bin, laufe ich zu meinem Lieblingsbäcker. Da gehe ich meilenweit für ein Baguette und ein Croissant! Nach dem Frühstück geht es raus in die Sonne. Auch wenn es durch den Wind wirklich noch frisch ist. Wir laufen am Wasser entlang bis zu einem Austern- und Muschelzüchter, den wir 2017 entdeckt haben. Dieser betreibt direkt neben seinem Betrieb ein kleines Restaurant mit einer noch kleineren Speisekarte. Und heute hat er endlich wieder einmal geöffnet! Auch wenn der Magen so kurze Zeit nach dem Frühstück es nicht gut findet, kehren wir ein. DIESE Austern sind definitiv die Besten im Ort!  Zum Glück waren alle Plätze innen bereits reserviert, draussen in der Sonne im Windschatten ist es prima. Und es geht weiter. Jeglicher Vernunft zum Trotz bestelle ich noch das Highlight der ...

Endlich wieder in Marseillan

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Es regnet die ganze Nacht durch. Es ist kalt geworden, wir heizen kräftig ein. Zum Glück hört es früher als vorhergesagt auf, und wir müssen nicht den ganzen Tag auf dem Parkplatz verbringen. Nach dem Frühstück können wir schon weiter, auf eine Fahrt im Dauerregen hatten wir einfach keine Lust.  Im Gegensatz zu gestern haben nun die Berge der Auvergne eine dicke weiße Schicht oben drauf. Es hat dort noch einmal richtig kräftig geschneit.  Unterwegs ist erstaunlich wenig Verkehr. Fast alle Wohnmobile, die wir sehen, kommen uns entgegen. Sonst werden wir immer nur überholt. Nachdem wir bei 2° C schneefrei über die sanften Pässe des Zentralmassives gefahren sind, machen wir kurz vor Millau an einem uns bekannten Laden mit regionalen Produkten Pause. Ich übe Zurückhaltung, und nur mit 5 zusätzlichen Sorten Käse fahren wir weiter. Auch in Marseillan, am Mittelmeer, ist uns das Glück hold, die einzig verbliebene, nicht verbotene Parkmöglichkeit am Wasser ist frei. Die erste Pflichtü...

Fahrtag

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Heute ist ein reiner Fahrtag, denn weiter im Süden soll das mit der Kaltfront kommende Regengebiet kleiner sein. Wir fahren ohne Frühstück los und genehmigen uns unterwegs einen Quickie. Obwohl es wieder gut läuft, zieht sich die bekannte Strecke wie Kaugummi, und wir kommen nur bis kurz vor Vichy. Der kommunale Stellplatz ist zum Übernachten ok und zu unserer Freude recht leer. Viele offene Restaurants gibt es hier nicht, wir laufen daher zu einer nahen Pizzeria. Diese stellt sich aber als Lieferservice mit Sitzmöglichkeit heraus, da ist es zu Hause dann doch gemütlicher. Die Wartezeit überbrücken wir in der Bar nebenan, wo sich am Freitagabend, wie üblich, einheimische Arbeitnehmer nach der Arbeit ein Bier und ein Schwätzchen gönnen, bevor es dann nach Hause geht. Bei einsetzendem Regen laufen wir zurück. Auch wenn ich dann doch eine falsche Pizza mitbekommen habe, schmecken sie beide gut.  Auch das geht bei uns auf Reisen, aber die wahren Leckereien werden sicher noch kommen...