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Das haben wir doch nicht verdient!

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Am frühen Morgen gibt es kurz Aufregung. Im Halbschlaf denke ich mir: Prima, dass der Kühlschrank endlich mal abschaltet. Auch später bleibt es ruhig. Beim Aufstehen bemerke ich sofort, dass sich alle 4 Aufbauakkus komplett abgeschaltet haben. Gestern Abend sah es laut App noch gar nicht so kritisch aus. Ok, ich habe es auch darauf angelegt, seit 8 Tagen stehen wir hier im Halbschatten ohne Stromversorgung. Diese Leistung ist toll, mit den alten Blei-Säure-Akkus hätten wir nur 3 Tage geschafft. Aber jetzt sollte unser Ladegerät auch funktionieren, welches wir in den letzten Jahren kaum benutzt haben, denn ob unsere alte "Starterbatterie", die nie den Motor startet, nun den Motor anlassen kann, wage ich bei der angezeigten Ruhespannung zu bezweifeln. Ich lege draußen im Schlafanzug das Stromkabel und Bingo, alles funktioniert! So weit sollte es in Zukunft nicht mehr kommen, gut, dass ich nun die kritische Spannung der Aufbaubatterien kenne! Ab heute planen wir die weitere Tour...

Wandertag

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So, wie auch der Meeresspiegel steigt, ist in den letzten Tagen auch die Hitze immer weiter zu uns nach oben gewandert. Trotzdem wollen wir heute eine kleine Wanderung unternehmen. Zuerst geht es kurz an der Straße entlang, wo heute, am Sonntag, nicht nur die Motorradfahrer Rennen fahren, auch so mancher Autofahrer fühlt sich scheinbar wie Enzo Ferrari, der hier 1919 bei dem Bergrennen Parma-Berceto als Debütant gleich den 4. Platz belegte. So richtig zufrieden war er aber wohl nicht mit seinem Fahrzeug, der Rest ist Geschichte. An Berceto vorbei, geht es danach bald in den Wald. Es gibt immer wieder schöne Ausblicke, am Schönsten ist aber die angenehme Temperatur im Wald. An der Vegetation merkt man schon, dass wir nicht auf Meereshöhe sind. Auch die kleine Wanderung reicht, dass wir nassgeschwitzt auf dem Monte Cavallo ankommen. Vom Tal weht ein angenehmes Lüftchen den Hang hoch, aber der Wind wird ständig wärmer.  Nach einer Pause laufen wir stückweise eine andere Strecke z...

Frühstückstag

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Heute möchten wir im Ort frühstücken. Es ist Samstag, und da ist der Ort bestimmt nicht ausgestorben.  Ist er auch nicht, an der Bar Centrale kann Brigitte durch hohes Verkehrsaufkommen erst einmal die Cappuccini nicht über die Straße bringen. Nachdem die Reiter etwas zu trinken bekommen haben, wird der Weg aber schnell frei. Das war ein guter Anfang, wir gehen weiter. An der großen romanischen Kirche füllt immer irgendjemand das Brunnenwasser in Flaschen ab. Hier gibt es noch kein Schild "Kein Trinkwasser" oder wie bei uns zu Hause einen 30.000 € teuren Trinkwasserbrunnen mit Kühlung und Entkeimung, an welchem oft genug steht: "Bitte nicht trinken, das Wasser wird gerade untersucht." Auf der anderen Seite der Kirche gibt es noch ein weiteres schattiges Plätzchen. Die bieten aber leider nur Süßes an, da bleibt der Cappuccino alleine. Es macht einfach Spaß, dem Treiben zuzusehen. Die meisten kennen sich, es wird geredet oder in der Zeitung gelesen. Auch vor der Kirch...

Wir bleiben vorerst Insulaner

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Heute wird ausgeruht. Das möchten am Morgen jedenfalls einige Körperteile, und dem stimmen wir gerne zu. Das späte Frühstück zieht sich fast bis zum Mittag, Entspannung pur.  Danach wollen wir die weitere Reise planen, aber nach dem Heißluftaufenthalt gestern in tieferen Regionen, geht es erst eimal nur darum, wie lange wir hier oben im Apeninn bei sehr angenehmer Temperatur bleiben. Das Ergebnis ist einstimmig und für uns eher ungewöhnlich.   Wir nutzen ein 7 Tage Sparpaket des Campingplatzes im September und bleiben noch bis nächsten Mittwoch hier auf unserer Niedrigtemperaturinsel. Dann wären wir 10 Tage an einem Platz, was wir außer bei gebrochenen Knochen noch nie gemacht haben. Aber ehrlicherweise muss man auch sagen, dass wahrscheinlich 90 % aller Reisenden nie etwas anderes machen. Und hier haben wir quasi alles, was für uns wichtig ist: - einen wirklich großen Social Bubble, der einfach durch die terrassierte Platzaufteilung gegeben ist. - angenehme Sommertempera...

Radtour weg von unserer Insel

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Heute ist das Wetter wieder prima, dann machen wir nun unsere Radtour. Viele Touren ohne groben Schotter gibt es hier nicht, ich wähle daher eine einfache Strecke auf einer Nebenstraße. Die Landschaft ist schön, die Straße ist leer, daher können wir die netten Ausblicke genießen. Das ständige, leicht Bergabfahren, wird zur Schussfahrt, als wir in die Baganza Schlucht herunterfahren. In Calestano ist der Umkehrpunkt. Hier merken wir schnell, dass wir aus unserer kühlen Temperaturinsel bei Berceto auf 900 m draußen sind. Hier auf 400 m ist es noch nicht so heiß wie im Tal, aber wir finden es ohne Fahrtwind schon unerträglich. Immerhin bietet eine Bar einen brauchbaren Außenplatz an, alles andere spielt sich in den Lokalen in Innenräumen ab, und darauf haben keine Lust. Die Rückfahrt ist schweißtreibend, auch wenn beim E-Bike die zweithöchste Unterstützungsstufe gewählt wird. Mit einer Erfrischungspause unterwegs geht es noch kurz nach Berceto rein, wo wir 2 lokale Käse kaufen. Den Tipp d...

Ups!

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Die Temperaturen im Tal sind weiterhin viel zu warm, daher bleiben wir noch in Berceto auf dem Campingplatz. Wir sind inzwischen das einzige Womo weit und breit, und nur wenige Hütten sind belegt. Am späten Nachmittag kommen einige Radfahrer mit Zelt, die schon wieder die Taschen packen, wenn ich das Kaffeewasser aufsetze. Nur eine kleine Schlange schlängelt sich durch unser Paradies. Seit gestern wird an einer Hütte gebaut, und der Bagger wird wohl nur einmal am Morgen angelassen und läuft dann vor sich hin. Heute wollten wir eine Radtour machen, aber über Nacht hat sich Gewitterregen am Nachmittag in die Wettervorhersage reingemogelt. Wir bleiben somit hier, haben einen sonnigen ruhigen Tag, und gegen Mittag ist der Regen aus der Vorhersage auch schon wieder verschwunden. Mmm, hätten wir dann doch radeln sollen? Nein, am Nachmittag rummst es 2 Mal, und schon geht es los.  Glück gehabt! Durch den Regen kühlt es so ab, dass ich am Abend selbst im Womo den Pullover aus dem Schrank h...

Berceto

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Herrlich! Nachts kühlt es zwar nur auf knapp unter 20° C ab, aber das reicht für angenehme Temperaturen im Womo. Und tagsüber werden 30 ° C gerade nicht erreicht, im Schatten fühlt sich das beim Nichtstun wohltuend an. Ruck zuck ist es Abend, und wir laufen in den Ort.  Dieses Mal kein Bar-Hopping, wir gehen direkt ins Restaurant. Wie so oft sind wir die Ersten und können uns mit der Übersetzung der Speisekarte Zeit lassen. Ich nehme einen Steinpilzflan... ...und Brigitte handgeschnittenes Rindertatar, kunstvoll unter frischen Steinpilzen versteckt. Danach Tagliatelle mit Steinpilzen... ...und Tortelli mit Kartoffelfüllung und Steinpilzen. Wir sind pappsatt, aber eine Erfahrung wollen wir noch machen.  Es gibt Eis und richtig: Steinpilzeis!!! Und das schmeckt so etwas von lecker, das hätten wir nicht erwartet! Seit Bozen 2002 haben wir nicht mehr so viele unterschiedliche gute Steinpilzgerichte an einem Abend auf dem Teller gehabt! Nur die Flasche Sangiovese aus der Region hie...

Perfekt!

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Nach 10,5 h Schlaf werde ich wach und erblicke das Sonnenlicht, was durch die Bäume scheint. Ein schönes Frühstück VOR dem Womo rundet den Vormittag ab. Es reisen einige ab, nun sind wir fast alleine. Es ist herrlich ruhig, angenehm warm, der Platz liegt prima, was will man mehr. Nach einigen kleinen Reparaturen (zu Hause habe ich dafür einfach keine Zeit 😊) und Einstellungsarbeiten, laufen wir am späten Nachmittag in das nahe Berceto. Und es stimmt tatsächlich, ALLE Wege führen nach Rom! Der Ort hat keine 2000 Einwohner und liegt recht einsam in den Bergen. Der Dorfkern sieht nett aus, von Landflucht ist hier erst einmal nichts zu erkennen. In einer Bar wollen wir unseren Durst stillen, ich habe Lust auf Bier vom Fass. Erst beim Einschenken bemerken wir die uns bekannte Hausbrauerei. Einheimisches Bier gibt es hier nur aus der Flasche. Hat das etwas zu bedeuten? Beim Rundgang durch den Ort erkennen wir auch sofort die Spezialität der Gegend. Steinpilze in rauhen Mengen! Das wollen wi...