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Abwärts

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Die Nacht war stürmisch und regnerisch. Wetterwechsel live. Selbst wenn die Schafe heute hier wieder übernachtet hätten, wir hätten sie nicht gehört. Damit ist das 3-wöchige Kapitel: 'Möglichst hoch hinaus in die Berge, um der Hitze zu entgehen' zu Ende. Morgen soll es hier nicht wärmer als 10 C werden. Zeit, die Handbremse zu lösen und ins Tal zu rollen. Aber nur wenige Kilometer weiter der erste Stopp. In Canfranc-Estación wurde vor rund hundert Jahren ein riesiges Bahnhofsgebäude gebaut. Laut unseres alten Reiseführer "verfällt das leere von Vandalen geplünderte Gebäude zunehmend und ist von einem Zaun umgeben." Ich möchte mir es trotzdem anschauen. Aber was sehe ich: Das 241 m lange Bahnhofsgebäude ist nicht nur frisch renoviert, auch die ganze Anlage um das Gebäude ist neu gestaltet. Und das alles hat man für nur 2 hier endende Gleise gebaut! Für die spanische Breitspur war hier Schluss, auf der anderen Seite des Gebäudes galt das Gleiche für die französische Nor...

Ibon de Estanés

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Auf zur letzten Pyrenäenwanderung! Die Schafe waren bis 7:30 Uhr recht ruhig, prima. Am Morgen wabern die Wolken von Frankreich hoch zum Pass, es hat angenehm abgekühlt. Wir laufen bei bestem Wanderwetter los. Haupsache, die Wolken schaffen es nicht über den Pass. Bald wandern wir in ein Kar hinein, die Berge darüber sind imposant. Ein Blick zurück nach Frankreich zeigt, dass sich im Tal heute keiner einen Sonnenbrand holt. Es geht über Geröll, mal müssen wir über große Steine, dann geht es durch einen idylischen Buchenwald. Wunderschön, aber so wir schaffen keine 3 km/h. Später geht es einfacher über Weiden. Es ist "nur" eine rote Wanderung aus dem Wanderführer, aber für uns sehr kräftezehrend. Früher haben wir erst einmal die schwarzen Touren gemacht, dann die schweren Roten. Heute machen wir lieber die blauen Touren und die einfachen Roten. Das ist sehr nachhaltig, da wir den Wanderführer doppelt benutzen können! 😄 Nach dem x-ten Mal, wo wir auf einer Kuppe denken, dass d...

Ab nach Katmandu oder Hola Espana

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...oder so ähnlich heißt der Ort, wo wir heute hin wollen. Von der Temperatur her sollten wir besser gar nichts machen, aber alle Wetterdienste, die ich nutze, sagen eindeutig, dass es nur noch einen schönen Tag in den Bergen geben wird. Morgen. Gegen Mittag fahren wir ins Tal. Könnten wir fliegen, müssten wir nur nach Westen. Auf der Straße aber erst nach Norden, runter ins Tal, dann westwärts und dann wieder nach Süden. Die Außentemperatur steigt mit jedem Kilometer an. In Lourdes müssen wir einkaufen und tanken. Beim Aussteigen trifft uns fast der Schlag. 40,5 C, die Luft steht. Selten waren wir so gerne in einem klimatisierten Supermarkt. Ich spiele mit dem Gedanken, einen Liter Wasser aus Lourdes in den Kühler zu füllen. Unsere alte Kiste hat nämlich noch über 1200 Höhenmeter vor sich, wir fahren noch ein letztes Mal quer über die Pyrenäen. Vielleicht wirkt es ja Wunder. Ich bleibe aber dann doch beim Bewährten: Never touch a running system. Nur eine Abkühlpause später sind wir in...

Abartig heiß

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Heute und morgen sollen die heißesten Tage des Jahres werden. In Südfrankreich und Norditalien ist flächendeckend die höchste Hitzewarnstufe ausgegeben. Ich jogge um 8:00 Uhr ein paar Kilometer im Schatten, das reicht dann auch für heute an Bewegung. Nur hier in den Bergen ist es noch einigermaßen erträglich. Ansonsten gilt heute: Wenig bewegen... ...und viel Trinken! 😇

Einreise verweigert

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Nach der Planungsrunde heute ist klar, dass wir bis zum Wochenende die Einreise nach Spanien verweigern. Und zwar aus folgendem Grund: Es ist dort einfach nicht zum Aushalten. Aber auch in Biarritz am Atlantik soll es morgen 40 C werden und das Meer bietet somit keine Fluchtmöglichkeit. So bleiben wir einfach erst einmal hier und genießen angenehme 30 C im Schatten. Wir sind hier in keinem richtigen Ort, es gibt hier nur ein Ferienheim für Kinder, unseren einfachen Campingplatz, ein E-Werk und eine kleine Auberge, die allerdings nur einige einfache Mittagsgerichte anbietet. Sonst nichts. Oder doch? Beim Abendspaziergang ans Talende entdecken wir eine urige, kleine Schlucht mit einem Klettergarten. Kein Mensch ist weit und breit zu sehen, da versuche ich doch das erste Mal, ein paar Schritte auf einer Slackline zu machen. Ok, es bleibt bei einem Schritt...

Weiter geht's

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Aber Luftlinie nur 12 km. Nicht ganz freiwillig, aber eines nach dem anderen. Zum Frühstück wird der Kühlschrank abgetaut. Der muss bei den Temperaturen hier Höchstleistung bringen, da soll nicht mehr als 3 cm Eis im Wege stehen. Das geht inzwischen in knapp 2 Stunden über die Bühne, die Übung macht's. Danach möchte ich die nächsten Tage planen, aber irgendwie will das mäßige Internet der letzten Tage heute gar nicht. Zufällig treffe ich den Parkticketkontrolleur und frage nach, wie lange man hier eigentlich parken darf. 3 Tage, ist seine Antwort. Mist, die sind heute vorbei. Von unseren Vorräten her hätten wir gerne noch 2 Tage hier verbringen können. Jetzt müssen wir gezwungenermaßen zusammenräumen und spülen. Immerhin lohnt es sich. Zum Glück habe ich gestern Abend schon vorsorglich geschaut, wie das Wetter wird und wo wir hin könnten. Um die Mittagszeit nehmen wir dann allen Mut zusammen und fahren vorsichtig die 7 km enge Bergstraße runter. Außer einem Fahrer, der es absolut n...

Wandern 2.0

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Heute fühlen sich die Beine schwer an. Das war bestimmt die Wanderung gestern. Und sicher auch das üppige Essen mit den entsprechenden Getränken, die bestimmt nicht in einem "So ernähre ich mich gesund und bleibe fit"-Ratgeber aufgeführt sind. Die Sonne brennt schon recht weit oben am Himmel, als wir loslaufen. Natürlich nur bergauf. Am Lac d'Oredon die erste Pause. Das gibt wieder Kraft! Aber scheinbar nicht genug, da wir der Versuchung erliegen, die nächsten 300 Höhenmeter mit dem Bus "zu machen". Die Anzahl unserer Steighilfen in Form von Bergbahnen, -bussen oder Liften liegt in den letzten 30 Jahren wahrscheinlich bei 5. Runter schon ein paar mehr, der Kniegelenke wegen. Daher haben wir gar kein schlechtes Gewissen. Zufälligerweise bekommen wir den letzten Bus vor den Mittagspause, prima! Oben angekommen, geht es zu Fuß zum Lac d'Aumar. Für eine Sonntag Nachmittag, in der Hochsaison in einem touristischem Gebiet, ist es hier aber alles andere als überlau...

Reserve naturelle du Neouvielle

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Wir haben es uns also nahe eines Gebietes mit vielen Seen auf 1650 m gemütlich gemacht. Nachts 15 C, tagsüber 29 C, keine Stechmücken, keine Katzen. Herrlich! Hier gibt es einige Wanderungen, und wir nehmen heute gleich die Königsetappe unter die Sohlen.  Es geht idylisch los. Nach den ersten 150 Höhenmetern sind wir aber schon klatschnass geschwitzt und brauchen eine kleine Pause. Wie auf einem kleinen Schild am Parkplatz angekündigt, ist der malerische Lac de l'Oule trocken. Aber nicht durch Trockenheit, sondern es hat jemand den Stöpsel gezogen, damit am Abfuss gearbeitet werden kann. Aber obenrum ist die Gegend prima. 'Da müssen wir noch rüber' zeigt Brigitte an. Aber erst noch eine Pause. Danach geht es mit nicht gerade freudestrahlendem Gesichtsausdruck nur noch nach oben. Am Lac Inférieur strahlen dann wenigstens die Augen wieder. Danach noch weitere 100 m hinauf zu den Lacs de Bastan. An der zugehörigen Refuge gibt es auf 2250 m bei dieser Aussicht ein paar Erfrisch...