Abwärts
Die Nacht war stürmisch und regnerisch. Wetterwechsel live. Selbst wenn die Schafe heute hier wieder übernachtet hätten, wir hätten sie nicht gehört. Damit ist das 3-wöchige Kapitel: 'Möglichst hoch hinaus in die Berge, um der Hitze zu entgehen' zu Ende. Morgen soll es hier nicht wärmer als 10 C werden.
Zeit, die Handbremse zu lösen und ins Tal zu rollen.
Aber nur wenige Kilometer weiter der erste Stopp. In Canfranc-Estación wurde vor rund hundert Jahren ein riesiges Bahnhofsgebäude gebaut. Laut unseres alten Reiseführer "verfällt das leere von Vandalen geplünderte Gebäude zunehmend und ist von einem Zaun umgeben." Ich möchte mir es trotzdem anschauen.
Aber was sehe ich:
Das 241 m lange Bahnhofsgebäude ist nicht nur frisch renoviert, auch die ganze Anlage um das Gebäude ist neu gestaltet.
Und das alles hat man für nur 2 hier endende Gleise gebaut! Für die spanische Breitspur war hier Schluss, auf der anderen Seite des Gebäudes galt das Gleiche für die französische Normalspur. Alle Fahrgäste mussten hier den Zug wechseln.
Aber das sehr stilvoll.
Erst vor einem halben Jahr wurde das ganze Enseble wieder eröffnet. Hoffentlich hält sich das Luxushotel, welches nun in diesem sehenswerten Gebäude eingezogen ist.
Danach geht es weiter nach Jaca. Wir schauen uns den Ort an. Da ich mich vorher an dem Bahnhofsgebäude nicht satt sehen konnte und hier noch die Zitadelle auf den Sensor bannen möchte...
...verpassen wir die richtige Zeit, um hier Essen zu gehen.
Freiwerdende Tische werden nicht mehr bedient, dabei ist es erst 15:15 Uhr. Das kenne ich aus Galicien anders, aber das nützt uns hier nichts.
Immerhin kommen wir so zu unseren ersten Tapas.
Wir hatten vor, heute hier zu bleiben. Aber nun sind wir ja dummerweise früher fertig, und ich darf ja auch noch fahren. Wir fahren somit heute schon nach Lumbier, dort gibt es eine kleine Schlucht zum Anschauen.
Wir laufen am frühen Abend in den Ort. Vielleicht gibt es eine Kleinigkeit zu Essen, die Tapas sind schon wieder verdaut.
Eine schöne, große Murales begrüßt uns.
In dem kleinen Ort ist deutlich mehr los, als erwartet. Die 4 Bars sind mehr als randvoll, auf einem Platz dreht ein DJ mächtig auf, der Rest der Bewohner ist in den Straßen versammelt.
Mit etwas Glück bekommen wir dann doch noch einen Platz in einer Bar. Erst einmal ein paar Patatas und Käse, dann sehen wir weiter, sage ich so schön.
Nach der Menge Kartoffeln gab es allerdings kein weiter mehr. Wir waren satt!
Später am Abend zieht eine Bläser-Kapelle durch die Straßen. Die Stimmung steigt, jetzt sind ALLE auf den Beinen. Von Ungeboren bis geschätzt 100. Leider fängt es an zu regnen, wir ziehen um in die Keller-Bar. Irgendwann wollen wir zurück zum Womo, aber draußen ist jetzt auf dem Marktplatz ordentlich was los. Eine Musikgruppe spielt Stücke, die nur 2 Personen hier nicht kennen. Alle anderen Tanzen oder wippen zumindest mit, und jeder kennt die Schritte.
Selbst nach einem kurzen Regenguss geht es in bester Stimmung weiter. Lebensfreude pur!
Ich bin ja auch stets guter Laune, doch hier komme ich mir vor wie eine Spaßbremse...








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