Endlich wieder in Marseillan
Es regnet die ganze Nacht durch. Es ist kalt geworden, wir heizen kräftig ein. Zum Glück hört es früher als vorhergesagt auf, und wir müssen nicht den ganzen Tag auf dem Parkplatz verbringen. Nach dem Frühstück können wir schon weiter, auf eine Fahrt im Dauerregen hatten wir einfach keine Lust.
Im Gegensatz zu gestern haben nun die Berge der Auvergne eine dicke weiße Schicht oben drauf. Es hat dort noch einmal richtig kräftig geschneit.
Unterwegs ist erstaunlich wenig Verkehr. Fast alle Wohnmobile, die wir sehen, kommen uns entgegen. Sonst werden wir immer nur überholt.
Nachdem wir bei 2° C schneefrei über die sanften Pässe des Zentralmassives gefahren sind, machen wir kurz vor Millau an einem uns bekannten Laden mit regionalen Produkten Pause. Ich übe Zurückhaltung, und nur mit 5 zusätzlichen Sorten Käse fahren wir weiter.
Auch in Marseillan, am Mittelmeer, ist uns das Glück hold, die einzig verbliebene, nicht verbotene Parkmöglichkeit am Wasser ist frei.
Die erste Pflichtübung ist schnell erledigt, denn auch der Viognier Jahrgang 25 aus "unserer" Cave schmeckt wieder außergewöhnlich gut.
Den Ort kennen wir seit 2004, aber jedes Jahr gibt es etwas Neues (z.B. immer weniger Parkmöglichkeiten 😖). Dieses Jahr ist es ein Kunstwerk mit der Darstellung von gezüchteten Austern. So muss es hier unter Wasser aussehen, denn hier im Étang de Thau werden unzählige Austern und Miesmuscheln gezüchtet.
Es ist Samstagabend und es ist nichts los im Ort! Das ist uns neu, denn außer im Januar ist hier eigentlich immer etwas los. Einige Restaurants buhlen um die wenige Kundschaft, und wir hatten schon Bedenken, dass, wie grundsätzlich jeden Samstag, alles reserviert sei.
Wir entscheiden uns für "unsere" altbekannte Taverne, hier gab es immer die besten Austern, auch wenn schon die letzten Male der Aha-Effekt immer weniger wurde.
Wir sind und bleiben die einzigen Gäste an diesem Abend! Das Ambiente ist prima, ich kenne kein Restaurant oder Kneipe mit mehr Flaschen von Jahrgangs-Armagnac und Whisky!
Die Austern sind geschmacklich wieder prima, aber ungleich belegt und einige daher eher etwas trocken.
Irgendwas muss in dem großen Hausaperitif drin gewesen sein, denn ich mache gar keine Bilder vom Hauptgang. Das Filet vom Schwertfisch ist nicht riesig, aber sehr gut, und auch die gebratenen Tintenfischstreifen sind voll in Ordnung. Es ist aber irgendwie alles etwas lieblos angerichtet, das kennen wir besser.
Ok, es war wirklich lecker und genussvoll, aber das Restaurant hat seinen Zenit leider wohl endgültig überschritten. Unsere 2. Pflichtübung können wir aber somit erfolgreich abhaken!






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