Ein Schreck in der Morgendstunde
Um 7:22 Uhr werden wir durch lautes Klopfen aus dem letzten Tiefschlaf gerissen. Ich konnte mit meinem vollen Magen die halbe Nacht nicht schlafen. Der Herr mit der Tricolore am Hemd und dem Blaulicht auf dem Autodach findet unser "Abgebrochen"-Ticket am Fenster nicht ausreichend und möchte, dass ich im Schlafanzug mit ihm zur Ticketmaschine gehe. Habe ich aber keine Lust zu, und als er dann zurück kommt, zeige ich ihm die 2 Buchungen in der Kreditkarten-App mit einer Betonung auf, 2 mal bezahlt! Das akzeptiert er und entschuldigt sich auch, aber jetzt sind wir wach!
Das macht aber auch nichts, denn heute ist Markt in Riez! Das war beim Suchen nach einem brauchbaren Ort natürlich das i-Tüpfelchen für uns.
Wir laufen früh los, der Markt ist schon offen...
... aber wir frühstücken erst einmal.
Das hat immer einen besonderen Flair für uns, wenn alle noch rumwuseln, um den Stand fertig zu richten, die ersten Gespräche werden geführt, und die Kaffeemaschinen aller Bars laufen auf Hochtouren.
Danach ist Schau(en)laufen angesagt. Ohne Marktbesuch würde sich eine Reise durch Frankreich irgendwie leerer anfühlen.
Und für uns muss es auch bei Märkten kein "Höher, schneller, weiter" geben, jeder Markt, und sei er auch noch so klein, macht uns immer wieder Freude.
Natürlich nicht der Teil, wo Klamotten oder Haushaltswaren angeboten werden, wir sind bekannterweise scharf auf alles Essbare! 😊
Das Nougatzeugs sieht immer toll aus, ich habe es aber als pappsüß und plombenziehend in Erinnerung. Dieses Mal bin ich wohl zu nahe dran und soll unbedingt probieren. Alles handgemacht, kein zusätzlicher Zucker, nur auf Honigbasis und monatelang getrocknet wird mir enthusiastisch vom Herstellere erzählt. Ich finde es auch nicht mehr so süß und klebrig wie früher, aber Freunde werden wir wohl nicht.
Weiter geht es, der Gemüsehändler richtet immer noch seine Ware, das Auge kauft mit.
Es gibt allerdings hier überhaupt keine Steinpilze, aber die Pfifferlinge sehen auch sehr gut aus.
Erst zum Schluss kaufen wir ein. Da wir durch die Wetteränderung morgen nicht in Nyons auf dem Markt sein können (zu viel Regen), kaufen wir hier unsere Tapenaden und die sündhaft teuren Nyons-Oliven ein.
Am anderen Ende des Marktes entdecken wir dann auch das 2. Stadttor des Ortes.
Danach in Ruhe noch einen Kaffee...
...und ein leckeres Baguette.
Ein Restaurant am Markt ist uns schon vorher aufgefallen, und wir möchten einen Tisch für Abends reservieren.
Ausnahmsweise hat es aber heute nur Mittags geöffnet. Wir laufen zum Womo zurück, um den Einkauf zu verstauen und entschließen uns trotz unserem "nie mehr essen" von heute früh, das Restaurant aufzusuchen.
Aber heute nur leichte Kost. Brigitte nimmt einen Thunfischtatar und ich meine geliebten Muscheln. Wenn man es auf der Europakarte betrachtet, sind wir auch fast am Meer!
Und aus unbekannten Gründen ist das Essen schon wieder köstlich.
Der Rest des Tages geht dann einfach so rum, und bis auf den Schreck am Morgen, war er super!





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