Rauf auf den Čerchov

Heute machen wir gleich eine große Tour. Oder auch nicht, denn vor dem Frühstück fällt mir auf, dass der Akku meines Rades nicht geladen wurde. 
Nach kurzer Einweisung und kräftigen Druck auf den Stecker geht das Laden los. Da habe ich es nun beim Frühstück nicht eilig...

Mit fast vollem Akku geht es dann bei schon 30° C los. Trotz Waldschatten und Unterstützung, sind wir schnell nass geschwitzt.

Es geht nur bergauf, und der Weg wird immer schlechter. Bald ist Schieben angesagt. Der Weg kann gar nicht befahren werden, zu eng, zu steil, zu viele große Steine im Weg. 
Irgendwann haben wir es aber dann bis zum Reiseck (902 m) geschafft...

...und die Pause wird mit einer schönen Aussicht belohnt.

Bis hierher haben wir auch manchmal echt das größte Ritzel gebraucht. Viel Radler verwenden nur die kleinsten 4-6 Ritzel und ordentlich Motorunterstützung, das Große bleibt oft jungfräulich.

Weiter geht es zum nächsten Gipfel. Der Kreuzfelsen ist mit 938 m die höchste Erhebung im deutschen Teil des Oberpfälzer Walds.

Danach geht es runter zur tschechischen Grenze. Ich habe extra meinen Ausweis mitgenommen, in Europa ist man vor Kontrollen innerhalb der EU ja nicht mehr sicher. Hier ist aber natürlich keiner.

Danach wieder rauf, auch wieder mit Schieben, und irgendwann haben wir den Čerchov mit 1042 m erreicht.

An der rustikalen Einkehr am Aussichtsturm läuft darauf der Zapfhahn kalt, wir trinken 6 alkoholfreie Radler in kurzer Zeit um den Durst zu stillen.
Das war nicht immer so, zwischen 1945 und 1989 war das hier militärisches Sperrgebiet und schwer gesichert.

Beim Hochfahren blieb die Temperatur recht konstant, beim Runterfahren wird es wärmer und wärmer. Aber man kann es auch mal laufen lassen, und das erste Mal heute spüren wir Fahrtwind.

In Babylon haben wir das Tal wieder erreicht. Hier ist ein Erhohlungsgebiet mit einem sehr morbiden Charme. Kann vor 50 Jahren kaum anders gewesen sein.

Ab hier können wir wieder die kleinen Ritzel benutzen und sind mit wenig Schieben bald wieder an der Grenze. 

Alle Akkus sind bei der Ankunft am Hotel fast leer, der vom Rad wird zuerst geladen, dann kommt meiner dran. 
Irgendwie gibt es aber schon wieder keinen Schweinsbraten, egal, in Bayern findet sich immer etwas kalorienreiches auf der Karte.





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