Grenzwertige Grenzlandtour

Nachts hat es kaum abgekühlt, am Morgen schon knallt die Sonne ins Zimmer. Wir ahnen schon beim Frühstück, dass wir das Tagesgericht heute mehrfach brauchen werden.

Heute geht es nicht so hoch hinaus, dafür fahren wir mehr Strecke. Grenzlandtour nennt sich die Runde und bereits beim Start sind es deutlich über 30° C. In Furth im Wald machen wir aber erst einmal langsam, der Ort hat sich schön herausgeputzt. 

Da es die Zonenrandförderung schon lange nicht mehr gibt, muss das Geld wohl aus anderen Quellen sprudeln. Vielleicht liegt es ja am Drachenstich, dem ältesten Volksschauspiel Deutschlands, das hier jedes Jahr im August aufgeführt wird, so auch aktuell. Daher sind auch alle Zimmer im Ort von Donnerstag bis Sonntag belegt, und alle Vorstellungen sind schon länger ausverkauft.
Das werden wir uns so in 20 Jahren anschauen, dann senken wir auch den Altersdurchschnitt nicht mehr so arg. 😊
Jetzt wird noch geradelt.


Es geht durch hügelige Landschaften und über staubige Wege. Inzwischen sind es 36° C, und gefühlt wird es noch wärmer. Selbst bei normalen Steigungen schalten wir gerne ein paar zusätzliche Watt Unterstützung dazu. Meine Knie danken es, sie mögen in der unbequemen Position gar keinen Druck auf die Pedale bringen.
Im Wald geht es dann länger direkt an der Grenze entlang, nichts erinnert hier mehr an den eisernen Vorhang, der hier einmal war. Irgendwann wird der Weg zum Trail, und dann ist auch schon Schluss. Der offizielle Weg wurde wohl dieses Jahr noch nicht befahren, die Büsche sind so dicht, dass kein Weg mehr zu erkennen ist.

Die Luft ist heiß und feucht und steht, wir schieben die Räder wieder auf den nächst größeren Weg zurück. Wir ahnen nur, wo wir entlang müssen, denn Wege sind auf unseren App-Karten, auch auf den gekauften, nicht eingezeichnet.
Irgendwann sind wir aus dem Wald raus und fahren wieder über offenes Gelände. Der Fahrtwind ist nun ein Heisluftgebläse, es ist kaum auszuhalten. Eine Dorfkneipe hat glücklicherweise geöffnet, Michael trinkt das alkoholfreie Bier wesentlich schneller aus, als der Wirt wieder nachschenken kann. 
Noch kurz vor dem Hotel gibt es die letzte Notwasserung, das Tagesmenü schmeckt nun besser. Die letzten Meter sind dann ganz entspannt, vorm Duschen werden noch 2 Schweinsbraten reserviert. Endlich klappt es auch!

Der Hunger ist bald gestillt, der Durst bleibt noch länger. 

Der Tag heute bietet 2 persönliche Rekorde. Ohne richtigen Gipfel werden es dann doch fast 1400 hm, meine Uhr hat noch nie so viel zusammenbekommen. Ok, mit Motor, aber letztes Jahr gingen ohne diese Hitze noch über 1200 hm mit dem Bio-Bike!

Der 2. Rekord: Jeder von uns hat außer viel Wasser noch 11  der oben erwähnten kalten Schaumsuppen zu sich genommen!!! 😎
Da lag meine Uhr mit dem Hinweis auf über 7 l Schweißverlust gar nicht so falsch. 


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