Ab nach Lazise

Am Morgen zeigt sich das Vinschgau von seiner besten Seite. Da man auch auf den Radwegen im Tal hauptsächlich nur Äpfel sieht oder man steil hinauf mit vielen Autos zusammen in ein Seitental fahren muss, fahren wir gegen Mittag weiter.

Bei unserer ersten Urlaubsreise mit dem nagelneuen Womo vor 24 Jahren waren wir schon einmal hier. Die aufgezeichnete Strecke von damals zeigt mir, dass wir zwischen Meran und dem Gardasee wirklich kleine, abenteuerliche Straßen entlang gefahren sind. So etwas erzeugt bei uns heute kein richtiges Vergnügen mehr, gut, dass wir uns jahrelang auf engsten und steilsten Straßen ausgetobt haben.

Je länger wir auf Landstraßen Richtung Gardasee fahren, desto wärmer wird es. Bei drückenden 33° C kommen wir auf unserem 2. Agricamper-Platz südlich von Lazise an. Zwar in Straßennähe, aber herrlich auf einer Wiese gelegen. 

Und dann der Schock! Auch hier dürfen wir nicht einmal die Markise etwas ausfahren und uns vor das Womo setzen, obwohl dies privates Gelände ist!!!
Die italienische Campingplatz-Lobby (oder heißt das in Italien anders?) hat hier ganze Arbeit geleistet und ihren Willen in Gesetze umschreiben lassen. Wenn das überall in Italien ausnahmslos gilt, sind wir bald wieder raus aus dem Land! 😠
Heute setzen wir uns aber erstmal in den angebotenen Schatten und werden freudig begrüßt.

Spät am Nachmittag holen wir die Räder raus und fahren zum See. Heute ist Samstag und es sind noch Ferien, ich hatte es noch voller erwartet. Aber an diesem Stück kann man auch nicht direkt mit dem Auto hinfahren, da kilometerlang Campingplätze am See nebeneinander liegen.


Auf längeren Strecken sollte man auf dem Strandweg nicht Fahrradfahren, mein Gefühl sagt mir, nur Deutsche schieben, alle anderen fahren.
Kurz vor Lazise wird selbst das Schieben schwierig, da es einfach nur voll ist.

Der kleine Hafen ist aber immer wieder schön anzusehen, auf unseren 3 Reisen nach Sardinien 2006-2008 hatten wir hier immer den ersten Halt nach der Abfahrt in Stuttgart.


Freie Plätze zum Essen gibt es an Seepromenade wohl keine mehr, es ist auch in der inzwischen niedrig stehenden Sonne immer noch zu warm.
Wir verzichten daher auf einen hungrigen Sonnenuntergang und schieben die Räder zu einer Cozzeria, die Brigitte rausgesucht hat.
Hier genießen wir sehr gute Muscheln und hoffen, dass bei der Bezeichnung des Restaurants nicht Nomen est omen ist. 😄

Selbst der Nachtisch ist in Muschelform, allerdings sind sie aus leckerer Bayerischer Creme!

Was uns beide positiv überraschte, war das hohe Niveau des Restaurants und die der freundlichen und aufmerksamen Bedienungen. Und auch das Preisniveau war nicht wie erwartet, sondern deutlich niedriger! Selbst ein original Erdinger Weißbier kostet hier nur 4,5 €, das gibt es bestimmt für diesen Preis nicht mal in Erding.
Später genießen wir noch den abendlichen Flair am See...


...bis wir spät am Abend, diesmal über Straßen, zurückfahren.
Das war auch gut so, denn bis in die Nacht hören wir noch laute Musik von irgendeinem Campingplatz und alle Besucher, die Lazise mit dem Auto nach Süden verlassen, fahren direkt an uns vorbei.

Da macht es auch nichts mehr, dass die nahen Hähne ab 3 Uhr krähen... 


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