Abschluss und Zusammenfassung

Der Rest ist schnell erzählt. 
Der Tag gestern war noch einmal prima mit einem tollen Essen am Abend. Dabei wollen wir es auch belassen. Wir überlegen zwar noch, was wir hier heute noch machen könnten, um am Abend wieder Essen zu gehen, kommen aber zum Schluss, dass es den gestrigen Tag nicht toppen kann. Unsere Mägen sind immer noch voll, und wir fahren daher ohne Frühstück los. Brigitte hält die Augen offen, und bald schon schallt ein vehementes "Breeeemsen!" durch das Womo.

Endlich kann unsere schon lange rot blinkende Spargelmangelanzeige ausgeschaltet werden. Ab jetzt wird es wohl fast täglich Spargel geben. 😇


Nach dem üblichen Stau bei Pforzheim kommen wir um 12:00 Uhr wieder gut in Stuttgart an. Keine 15 Minuten später rattert schon wieder der Bohrhammer im Nachbarhaus laut los. 😠 
Später, nachdem der Kühlschrank leer geräumt wurde, zeigt sich meine Zurückhaltung beim Käseeinkauf deutlich. 
Mit dieser Meinung stehe ich allerdings alleine da!  

Am Abend dann elsässer Flammkuchen mit Spargel und Ziegenkäse.

So geht eine Reise zu Ende, die völlig anders geplant war, aber wo wir trotzdem aus jedem Tag das Beste gemacht haben!

 

Zusammenfassung

6950 km mit dem Womo gefahren, nur 10 km mit dem Fahrrad, 440 km "Spazierengehen" (nur 3 Mal richtiges Wandern in der Natur), 42 Mal Essen gegangen. 😎


 

Positiv: 

  • Wir sind beide der Meinung, dass es richtig war, nach Brigittes Unfall nicht zurück zu fahren. Auch wenn alles anders geplant war, haben wir dennoch an die meisten Tage schöne Erinnerungen. Und die weniger schönen Tage hätten wir in Stuttgart genauso gehabt.
  • Bei aller Zeit und Arbeit, die durch Brigittes Unfall organisatorisch auf mich zukamen, haben Informationen aus dem Internet und eine Übersetzungs-App wahnsinnig viel geholfen. Und hatte ich dann danach Kontakt zu lebendigen Personen, waren diese immer sehr hilfsbereit und nett. Ich wüsste nicht, wie ich so eine Situation vor 20 Jahren hinbekommen hätte.
  • Stadtbesichtigungen, die wir vor einiger Zeit noch eher auf viiiel später geschoben hätten, sind inzwischen eine schöne Abwechselung. Und da wir ja nun beide Rentner sind, sind die eigentlich auch nicht unpassend.
  • Neu waren die vielen Tage in Strandnähe. Das geht in Spanien und Portugal deutlich besser als in Frankreich, und auch daran haben wir gefallen gefunden.
  • Die Umstände haben aus der geplanten Aktivreise eine intensive kulinarische Reise gemacht. Wir waren oft und auch nicht selten gehoben Essen. Mein Geburtstagsessen in Toledo und auch die Fischorgien gegen Ende der Reise bleiben sicher länger in Erinnerung. Das hat aber inzwischen auch in Spanien und Portugal seinen entsprechenden Preis.
  • Auf der iberische Halbinsel gibt es noch immer viel zu entdecken, so wie früher in Frankreich. Die unbekannten Weinregionen und Rebsorten sind stets für eine Überraschung gut. Und auch an Küsten mit bekanntem Namen, die auch vielfach völlig verbaut sind, finden sich richtig schöne und recht leere Abschnitte.
  • Das bald 24 Jahre alte Womo hat prima durchgehalten. Wasserpumpe und Kühlschrank arbeiteten leise vor sich hin, der Motor freut sich, dass er nicht auf einer Baustelle gelandet ist und läuft und läuft und läuft. Nur die Heizung meint manchmal, dass sie gerne ins Altersheim möchte, hoffentlich bekommen wir hier noch eine ähnliche Heizung eingebaut. 
    Das Beste aber sind die neuen Batterien! Jahrzehntelang haben wir die Blei-Säure-Sensibelchen gepflegt und möglichst wenig Strom entnommen. Die 60 kg leichteren LiFePo4-Akkus mit doppelter Kapazität sind richtige Arbeitstiere. Früher erzeugte 15 A Stromentnahme bei mir schon Stirnrunzeln, jetzt grinse ich bei 150 A für die Elektroheizung, denn genau mit soviel Ampere werden sie während der Fahrt auch wieder geladen. Wir haben Strom im Überfluss und haben nie mehr als 1/3 der Kapazität ausnutzen können!

Neutral:

  • "2 Mal rechts abbiegen, und schon hat man einen schönen Platz für das Womo", gibt es auch auf der iberischen Halbinsel nicht mehr. Es gibt inzwischen zwar genügend öffentliche Stellplätze (offiziell alle mit Campingverbot), die gut für Übernachtungen sind, aber am Abend werden die oft sehr voll, was einfach nichts für uns ist. Und wenn man auch mal entspannt vor dem Womo sitzen möchte, bleiben legal nur private Stellplätze und Campingplätze. Die gibt es aber inzwischen auch recht häufig, und dies haben wir auf dieser Reise deshalb häufig genutzt. 

Negativ:

  • Wie leider schon einmal nach einer Reise mit Einschränkungen beschrieben, fehlt ohne unbeschwertes Radfahren und Wandern sehr viel vom "Urlaubsgefühl".
  • Mir fehlen die wirklich einsamen Übernachtungsplätze, aber diese Zeit ist wohl mit den (überaus nützlichen) Stellplatz-Apps, die jeder nutzt, entgültig vorbei.


Zum Abschluss noch ein Bonmot.
Den Schwerpunkt dieser Reise, der sich natürlich auch im Blog mit übermäßig vielen Essensbilder widerspiegelt, hat ein guter Freund äußerst passend kommentiert:

Blog-Warnhinweis:
„Sollten Sie extrem hungrig sein oder vielleicht gerade fasten, raten wir Ihnen dringend davon ab, auch nur einen einzelnen Post anzuklicken, da dies einer seelischen Grausamkeit gleich käme”


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