Wir flüchten nach Salir do Porto
Der Tag gestern hat gezeigt, dass wir bei der nun länger anhaltenden Hitze keinen Spaß mehr haben würden. Dabei wollten wir weiter nach Norden in einen weiteren Naturpark zum Wandern.
Hohe Berge mit kühleren Temperaturen und brauchbaren Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier nicht, da bleibt nur der Atlantik. Aber wohin? Ich muss länger suchen, bis ich einen geeigneten Platz finde. Nördlich von Lissabon scheint keine "Badeferienküste" zu sein und die wenigen Möglichkeiten, wo wir "Campingverhalten" ausüben können, sind teilweise echter Schrott.
Letztendlich fahren wir genau nach Westen und durchqueren ganz Portugal. Die Landschaft ist hügelig und nicht uninteressant, aber selbst wenn wir wollten, wüssten wir nicht, was man hier urlaubsmäßig machen könnte. Die Wälder sind alles Stangenholzplantagen, und die mit Eukalyptus sind durch Stürme oft abgeknickt. Dafür sind die Straßen ein Traum, breit, völlig leer und ohne große und tiefe Schlaglöcher wie in Spanien.
In Salir do Porto gibt es ein seltenes Exemplar eines privaten Wiesenstellplatzes. Genau an der höchsten Sanddüne Portugals.
Prima!
Noch ist viel Platz, aber das Wochenende kommt. Und auf den letzten 10 km ist die Temperatur tatsächlich um 10° C gefallen, hier sind es kühle 22° C.
Am frühen Abend laufen wir in langen Hosen (!) und mit einer Jacke(!) in der Hand über den Rio Tornada an die große, perfekt geformte Lagune, die es hier gibt.
Wir wollen bis in den Nachbarort am anderen Ende der Lagune.
Wir müssen zum Glück nicht alles durch den Sand, der Holzsteg geht bis an den Ortsrand.
Viel ist hier nicht los, die Stimmung in der Abendsonne ist ruhig und entspannt.
Ans andere Ende der Lagune sind wir natürlich nicht ohne Hintergedanken gegangen, und jeder weiß, was jetzt wieder kommt. 😂
Ein gutes Fischrestaurant ist für uns wie die Zigarette für den Camel-Mann.
Wir lassen uns natürlich die auf Eis liegenden Fische erklären. Selbst für uns ist neu, dass wir auch einen 4-Personen-Steinbutt auswählen können, der für uns geteilt wird. "Manche sagen, dass das Fleisch der großen Fische saftiger sei." erklärt uns die Fischservicefachkraft. Dann können wir uns noch die Hälfte aussuchen, und ob mit oder ohne Kopf.
Das nenne ich Service!
Wir nehmen keine weitere Vorspeise, das Olivenöl mit Balsamico, die Kräuter-Knoblauch-Butter und die Oliven sind sehr gut und ausreichend.
Der gute Service geht weiter. Die Küche wartet, bis wir unseren Aperitif ausgetrunken haben (das kennen wir oft auch anders), dann kommt der Steinbutt.
Nach dem "Tranchieren am Gast" weiß ich nun, was ich bisher bei Steinbutt falsch gemacht habe. 😊
Der Fisch ist absolute Spitze, allerzartestes Fleisch, Brigitte vermisst allerdings die krosse Haut des Holzkohlengrill-Steinbutt aus Burgau.
Danach geht eigentlich nichts mehr rein, aber ein Tipp ist die lokale Dessertspezialität.
Ich gehe davon aus, dass sie so sein soll, aber geschmacklich überzeugt es mich leider nicht, zu geschmacksneutral.
Das kann man vom Abschluss nicht sagen, hier werden die Geschmacksknospen wieder von 0 auf 180 katapultiert.
Die offene Flasche bleibt sogar auf dem Tisch, aber ich habe die Nachschenkhand unter Kontrolle. 😄
Wir schweben danach zurück, vielleicht ist der Weg dadurch kürzer als der Hinweg...















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