Im Parque National de Monfragüe

Heute machen wir einmal das, was viele andere ständig machen, und wir eigentlich nie. Wir fahren mit dem Womo zu einer Wanderung, und dann wieder zum Ausgangspunkt zurück. 

Ich wundere mich ein wenig über den leeren Wanderparkplatz, aber es ist ja Montag, der erste regulär nicht mehr für mich vorhandene Arbeitstag! 😀
Die Erklärung kommt bald darauf. Ich habe eine Wanderung runtergeladen, die hier über eine Brücke auf die andere Seite geht.
Hier ist aber keine Brücke!

Nach kurzer Zeit entdecke ich den Weg zur Brücke, der im Wasser endet. Somit muss auch die Brücke komplett unter Wasser sein. Hinterher wird die Sache logisch. Die Brücke ist aus dem 16. Jahrhundert, da gab es den Stausee noch nicht. Und im Spätsommer ist der Wasserstand so tief, dass man über die Brücke laufen kann. Dumm gelaufen, bzw. jetzt müssen wir einen Umweg laufen, aber als Rentner ist das ja normal. 😄

Der Weg ist am Anfang nicht sonderlich interessant, am Wegesrand gibt es aber eine schöne Botanik.

Am Salto del Gitano, dem Durchbruch des Tajo durch eine Felswand, wird es aber sofort spektakulär.

Dies soll ein guter Geierbeobachtungspunkt sein, und er ist es auch! Hier muss man keine Geier suchen, man sieht sie einfach.

Ein Stück weiter, dann die volle Pracht!

Überall Geier, man muss für die Nester aber schon etwas genauer schauen. Und das tun einige hier. Teilweise mit Teleobjektiven, die fast so lang sind wie die Kardanwelle unseres Womos. 😆

Mit unserem stabilisierten Fernglas mit 12-facher Vergrößerung, sind aber auch wir zumindest in der 2. Reihe. Das merke ich daran, dass ich das Fernglas kaum in die Finger bekomme. Brigitte entdeckt immer mehr Nester und auch noch Schwarzstörche.

Ich freue mich, dass ich endlich mal über den Geiern bin. 

Und dass ich einmal Weitwinkel für Vögel benötige, hätte ich auch nicht gedacht.

Irgendwann müssen wir uns losreißen, wir sind noch am Anfang der Tour.
Natürlich gibt es auch kleine interessante Lebewesen am Boden zu entdecken.

Wir wandern auf den Bergrücken zu einer Burg rauf, wo auf der anderen Seite des Tajo die Geier sitzen.
Schweißtreibend ist der richtige Ausdruck dafür.

Hier sind wir auf Augenhöhe mit denen für mich elegantesten Vögeln. 

Das beeindruckenste Erlebnis mit Geiern hatten wir allerdings vor rund 2 Wochen, wo wir auf einer Bergstraße in einer Kurve echt abbremsen mussten, da 5-6 Geier sich auf der Straße um irgendeinen Kadaver stritten. Und die waren so voller Adrenalin, dass sie uns völlig ignoriert haben. Erst durch mehrfaches hupen (hätte ich nicht gemacht, wenn nicht schon 4 nervöse Autofahrer hinter mir gewesen wären) machten sie Platz und flugen los. Dabei konnten einige nur der Straße folgen, da Geier in der Ebene kaum Höhe gewinnen können und links und rechts der Straße Hügel waren. So flogen 2 von diesen Vögeln mit ihrer Spannweite von 2,5 m direkt vor uns, für vielleicht 100 m, her. Das kann keine Drohne besser!
Wir haben schon große Adler aus der Nähe gesehen, aber die nicht unbedingt hübschen, aber so was von beeindruckenden Vögeln, sind wirklich die Könige am Himmel!

Ok, genug des Schwärmens, der Ausichtspunkt ist prima, und wir machen dort Pause mit Picknick. 

Bis zur Burg hatten wir auch noch 2-beinige Gesellschaft, auf dem Wanderweg nach unten auf der anderen Seite sind wir sofort alleine. Diese Runde machen nur wenige Touristen, ist halt auch anstrengend.

Aber auch wir kürzen zum Schluss die Wanderung etwas ab, Rentnern reichen auch mal 4,5 h, und Brigittes Arm muss ja nicht überfordert werden.

Zurück auf dem Campingplatz gibt es nach einer heißen Dusche noch französische Leckereien. Ok, ich wollte es eigentlich nicht sagen, aber die Foie Gras mit einem Monbazillac schmeckt herrlich!



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