Gibraltar

Wir stehen früh auf und fahren nach dem Frühstück vom Campingplatz an die Grenze zu Gibraltar auf einen offiziellen Platz für Womos am Hafen. Nicht besonders idylisch, aber die Lage ist super.

An der Grenze wird es noch ein klein wenig spannend, da wir nur einen Perso dabei haben und offiziell ein Reisepass notwendig ist.

Es ist aber kein Problem, nach der Gesichtskontrolle dürfen wir durch. Dann müssen wir noch 10 Minuten warten, da ein Flugzeug über den Gehweg startet. Wir müssen als Fußgänger tatsächlich die Start- und Landebahn Gibraltars überqueren! Und der Superkleber liegt noch im Womo... 😆

Recht schnell und mit null Aussicht sind wir auf dem Marktplatz. Dort werden gerade Oldtimer präsentiert.

Die Fahrzeugmischung ist total bunt, wahrscheinlich würden wir mit unserem Fiat hier gar nicht auffallen. Und in ein paar Jahren vielleicht mit dem Womo. 😉


Danach geht es die Main Street entlang. Diese ist aber für uns nicht wirklich interessant.

Ich hatte nach den Beschreibungen mehr englischen Flair erwartet, finde aber außer einem Briefkasten nicht viel.

Nach der Main Street kann man endlich wieder den Felsen sehen.

Wir wollten ja schon länger nach Großbritannien, aber das Wetter hat uns bisher davon abgehalten. Und wir fahren ja gerne der Sonne hinterher...

Hier haben wir aber als guten Kompromiss ein warmes und sonniges Großbritannien gefunden, prima! 

Die Vorbereitung gestern hat ergeben, dass die Seilbahn auf den Felsen komplett erneuert wird und daher nicht fährt. Das Moorish Castle ist auch wegen Renovierung geschlossen, und wahrscheinlich streiken heute auch noch die Berber-Affen. 😋
Da ein Tag für alles nicht reicht, laufen wir nicht auf den Felsen. Wäre bei den sommerlichen Temperaturen heute auch übertrieben. Affen kennen wir auch ausreichend aus Afrika und Brigitte ist sowieso ständig von Einem umgeben... 😬

Im Botanic Garden machen wir Pause und trinken dort 1,75 l Flüssigkeit. Und das nach nur rund 40 Höhenmetern!

Von hier sehen wir auch die Windsor Suspension Bridge, die ich eigentlich gerne besucht hätte.

Die Landschaft hier ist schön, könnte aber überall auf der iberischen Halbinsel sein. Wenn da nicht gewisse Hinweise auf ein anderes Land wären...

Unser Weg geht nun nach oben, und wir sehen die geschäftige Bucht von Gibraltar. Oder Bucht von Algeciras, wie der Spanier sagt.

Als ich dann den Europa Waterfall erblicke bin ich alledings enttäuscht. Ich dachte, es wäre ein natürlicher Wasserfall in der Landschaft, aber dem ist nicht so. Sieht für mich eher wie ein Abwasserabfluss aus.

Kurze Zeit später sind wir dann am südlichsten Punkt von Gibraltar, dem Europa Point. Hier steht eine große Moschee und ein Leuchtturm schön in der Landschaft.


Normalerweise würden wir von hier eine etwas abgewandelte Strecke wieder zurücklaufen, aber wir sind nach der kompletten Durchquerung des Landes zu Fuß über die breiteste Stelle ziemlich fertig.
Wir nehmen daher den Bus, und nach der Gesichtskontrolle beim Fahrer bekommen wir beide sofort ein Senior Ticket ausgestellt. 

Unerhört! 😂 

Am Marktplatz steigen wir aus. Dieser wirkt ohne Oldtimer und Menschenmassen ganz anders als heute Mittag.

Wir suchen einen netten Pup, finden aber eher welche mit lauter Musik und 5 Bildschirmen mit Fußball an den Wänden. In einer Seitenstraße werden wir aber fündig. Ich achte penibel darauf, dass ich nicht das linke, nur bierähnliche Getränk bekomme.

Das Ale aus der Nähe von Oxford ist super! Der Schaum ist unwahrscheinlich feinporig und der Geschmack würzig-cremig. Ein wirklich sehr gutes, ganz anderes Bier. Der Preis hätte mir allerdings trotz Happy Hour früher eine Unhappy Hour beschert, heute ist mir das egal. Alleine die Seilbaht auf den Felsen hat zum Schluss rund 70-80 € für 2 Personen gekostet.

Danach geht es über den Flughafen wieder zurück zum Womo. 

In der frühen Abendsonne sieht Gibraltar richtig schön aus, aber wir hatten doch etwas mehr "Großbritannien" erwartet.

Nach kurzer Pause laufen wir zu einem Restaurant. Wir brauchen ewig für die Bestellung, da es nur eine Online-Karte gibt. Mir fehlt einfach der Überblick, wenn ich auf dem Bilschirm nur ein oder zwei Posten sehen kann. Und die unsortierten Bilder der vorhandenen Weinflaschen sind ja hübsch, aber ich möchte wissen, was in der Flasche ist!

Daher kommt die Vorspeise bereits, als wir noch beim Aperitiv sind. Zum Glück sind sie beide kalt.

Brigitte nimmt den Thunfischtatar als Hauptgericht, den ich als Vorspeise hatte.

Ich nehme etwas, was ähnlich einem russischen Salat ist, aber mit Thunfisch und Spiegelei.

Alles ist voll in Ordnung, aber das gewisse Etwas vermissen wir dann doch.
Nachdem wir fertig sind, ist draußen noch einiges los. 

Es gibt aber auch ruhige Ecken, und wir mäandern langsam zum Womo zurück.

Am Hafen fragen wir uns, ob die gut ausgestatteten Hausboote mit Terrasse auf dem Dach auch zum Fahren genutzt werden, oder ob sie dann doch nur eine fixe Unterkunft bieten.




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