Córdoba an einem Tag

Mit Córdoba habe ich bisher nur ein verlorenes Fußballspiel 1978 in Verbindung gebracht. Heute gibt es nun endlich die schönen Seiten von Córdoba zu sehen.
Wir fahren früh mit dem Bus rein, der Unterschied zu Sardinen in der Dose ist nur der, dass wir alle in eine Richtung angeordnet sind. Im Ort angekommen, suche ich zuerst nach einem Café, der 2. Versuch klappt schon. Frühstück mit Aussicht.


Wir mögen diese Tostada, und viele Einheimische scheinbar auch. Ordentlich Olivenöl aufs Brot und nach belieben Tomate und Schinken drauf. Prima!

Wir sind in einem schönen Viertel unterwegs, es gibt einige adrette Plätze und die ersten Hinterhöfe öffnen sich uns.


Córdoba ist bekannt für seine Hinterhöfe und zufällig läuft gerade die Zeit, wo der Schönste in wenigen Wochen gekürt wird. Daher sind auch so um die 50 privaten Höfe zum Anschauen geöffnet.
Wir laufen weiter Richtung Altstadt.

Um 11:00 Uhr öffnet sich eine schwere Tür, wir schauen rein.

Schon einmal schön anzusehen, aber die Pflanzen an der Wand sind aus Kunststoff. Punktabzug!

Wir laufen geradewegs zum touristischen Highlight von Córdoba.

Die Mezquita!
Dieses Gebäude ist einzigartig auf der Welt. Es war unter den Mauren eine der größten Moscheen der Welt, lange nach der Rückeroberung wurde eine Kathedrale mitten in den riesigen Gebetsraum gebaut.

Um diesen architektonischen Frevel zu zeigen gibt es hier ein Bild, welches ausnahmsweise nicht von mir ist (und natürlich unter Common Licence).

Mit einiger Wartezeit wären wir auch in den Innenraum hineingekommen, aber wir haben heute noch volles Programm und bleiben im Hof. 



Von den 856 gleichförmigen Säulen der Gebetshalle, sind immerhin einige zu sehen.

Wir sind jetzt mitten in der touristischen Altstadt. In die Sackgasse des  Blumengässchen kommen wir prima rein...

...aber kaum wieder raus, da sich kurz danach einige Reisegruppen gleichzeitig hier einfinden.

Wir reihen uns in die Gruppe mit roten Kopfhörern ein und werden mit dem Strom rausgeschoben.

In jedem größeren Ort gibt es irgendeine "Fressgasse" mit einer hohen Konzentration von Restaurants. In Córdoba ist die komplette Altstadt eine riesengroße Ansammlung von Restaurants. Zum Glück sind wir in diesem El Dorado noch vor der mittäglichen Essenszeit.

Wir nehmen noch ein paar Hinterhöfe mit, manchmal ist es sorgar eine Ansammlung von mehreren Hinterhöfen, die es zu entdecken gibt.

Blumentöpfe an Wänden gibt es auf jeden Fall ausreichend.

Wir finden auch das "Originalrezept" der hiesigen Salmorejo! Nicht auf einer Webseite, sondern auf einer Wandseite. 😃

Durch die engen Gassen fahren auch immer wieder Kutschen und das nicht zu langsam.

Etwas aus der Altstadt raus, werden die Höfe größer.

Wir laufen ein Sück an der Stadtmauer entlang...

...um dann wieder in die schmalen Gassen einzubiegen.

Anschließend geht es Richtung Fluss. Einen Teil der königlichen Stallungen, wo es auch gute Shows mit andalusischen Pferden und Flamencotänzen gibt, wird heute als Verkaufsraum für (handwerkliche?) Gegenstände genuzt.

Am Guadalquivir ist noch ein altes (natürlich nachgebautes) Wasserrad zu sehen, mit dem Wasser aus dem Fluss in die Stadt und zur nahen Festung geleitet wurde.

Direkt daneben ist eine römische Brücke über den Fluss gebaut.

Mit großem Triumphbogen als Eingangstor in die Stadt.

Hier hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

Inzwischen sind die Tostada verbraucht, und kaltes Wasser hatten wir auch genug. Wir suchen uns ein sehr gut bewertetes Restaurant aus, in dem wir auch draußen sitzen können. Das gibt es in den engen Gassen der Altstadt nicht.

Die Sangria ist erfrischend, und schmeckt deutlich besser als Wasser.
Wir nehmen extra eine Spezialität aus Córdoba, die es hier in vielen Restaurants gibt: Berenjenas fritas con miel, frittierte Aubergine mit Honig.
Nicht schlecht, aber darunter hatten wir uns mehr vorgestellt.

Auch die restlichen Kleinigkeiten sind maximal Durchschnitt, für uns eine kleine Enttäuschung.
Aber egal, wir laufen danach, jenseits der Touristenströme, durch fast menschenleere Gassen der Innenstadt.
Auch hier ein kleiner, schöner Platz, sogar mit einer Bar.

Und hier ist nichts aus Plastik.

Brigitte möchte schon umkehren, da stehen wir plötzlich auf einer großen Plaza!


Und was gibt es alkoholfreieres als einen preiswerten Cocktail in der Happy Hour! 😄

Danach geht es weiter. Am nächsten Plaza läuft gerade der Wettbewerb, wer die beste Aussicht hat.

Hier ist wieder ordentlich was los!

Gegen Abend haben wir dann den "offiziellen" Teil beendet. Wir brauchen jetzt eine Belohnung für die lange Lauferei und eine Entschädigung für heute Mittag. Daher gehen wir noch einmal zu dem netten Platz mit der kleinen Bar.

Und hier werden wir prima belohnt! In der nächsten Zeit bestellen wir immer wieder etwas zu essen und zu trinken.

Zum ersten Mal probieren wir den Vorgänger der Salmoreja, eine Mazamorra, ein Grundnahrungsmittel der römischen Truppen. Die schmeckt gut, aber nicht sehr würzig.

Gut, dass dann irgendwann Amerika entdeckt wurde und die Tomate nach Spanien kam, eine Salmorejo schmeckt uns besser.

Zum Schluss möchte Brigitte noch ihren geliebten russischen Salat.

Die blaue Stunde kommt, meine Lieblingszeit.


Irgendwann müssen wir zum letzten Bus, der uns gut wieder zurück bringt.



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