Rein ins pralle Leben

Gestern Abend dachten wir schon, dass wir gar nicht mehr nach Alicante rein müssten, da wir schon so viel gesehen haben. Aber eine fast geschlossene Markthalle links liegen lassen, geht gar nicht, und der Hausberg mitten in der Stadt ist wirklich einladend. Außerdem ist heute Samstag, schönes Wetter, und heute wollen wir den daraus entstehenden Trubel in der Stadt mitnehmen.

Heute sind wir auch entspannter als gestern auf dem Weg zur Klinik und können die Fahrt mit der Tram schon als Sightseeing sehen. 


Die Markthalle ist riesig, mal sehen was uns heute drin erwartet.

 Sie ist klassisch eingeteilt. Im Erdgeschoss gibt es Fleisch, Schinken und Wurst...

...und einige, auch jetzt schon, gut besuchte Bars.

Noch können wir widerstehen und gehen danach ins Untergeschoss. Dort gibt es Fisch und Meeresfrüchte.

An einem Stand wird gerade ein Pulpo aus dem Ofen geholt. 

Und dieser kann auch gleich vor Ort verspeist werden. Prima! 

Urig, einfach, authentisch!

Im hinteren Teil wird dann Obst und Gemüse angeboten. 


Brigitte sucht nach einem ganz bestimmten Stand, einem Tipp aus einem Reiseführer. Diese Tipps waren auf dieser Reise bisher alle ein Treffer, so auch hier.
Nix mehr urig, jetzt wird es edel. Hier werden die marktfrischen Produkte auf fernöstliche Weise zubereitet. Alles wieder nur auf Bestellung, und direkt vor unseren Augen.

Diese Auster wurde nur etwas geschmort, ein ganz anderer Geschmack und Konsistenz wie sonst die Überbackenen. Sehr delikat, aber eine reicht uns.
Das können wir vom nächsten Häppchen nicht sagen. Irgendetwas gedämpftes mit irgendeinem Teil vom Iberico. Superlecker!

Zum Schluss noch etwas bekanntes, Thunfisch-Tataki, leicht angebraten. Zum Niederknien.

Und alles auf ungefähr 9m²!

Stunden später sind wir wieder draußen, von wegen mal kurz durch die Markthalle...

Wir laufen in Richtung Hausberg durch die Altstadt. 

Zeit und Muße, auch auf Kleinigkeiten zu achten.



Am Rathaus werden wir schon wieder aufgehalten. 

Uns sind schon vorher viele Leute in bunten Trachten aufgefallen, hier erfahren wir warum.
Albacete, eine größere Stadt in der Nähe von Alicante, ist heute hier zu Gast. Ich bin neugierig, was es hier so gibt, und schon werde ich eingeladen.

Es gibt eine spezielle Gaspacho und Nudeln mit Pilzen, die hier frisch zubereitet aus großen Behältern und Pfannen ausgegeben werden. 

Alles umsonst, jeder ist eingeladen!

Und die Spezialitäten aus Albacete ist richtig schmackhaft! 5 Minuten, nachdem ich unsere Portion bekommen habe ist auch alles weg, und sie bauen ab. Glück gehabt!

Von den leckeren Blätterteigtaschen mit Cremefüllung haben sie aber noch welche übrig und wir bekommen noch 2 zusätzlich.

Zwischendrin werden noch Tänze aufgeführt und die Truppe versammelt sich komplett vor dem Rathaus.

Nach den 3 köstlichen Süßigkeiten brauchen wir aber dringend eine herzhafte Spülung. Ein kleiner Supermarkt ist schneller gefunden als eine Bar, und eine große, bewachsene Verkehrsinsel bietet schattige Ruhe in dem ganzen Trubel.

An der Promenade fahren die Jungs rauf und runter...

...und der Strand füllt sich immer mehr.

Dafür haben wir aber keinen Blick, wir suchen nämlich die Seilbahn auf den Hausberg. Wir finden allerdings keine, nur ein großes Loch im Berg. Hier geht es erst einmal zu Fuß waagrecht über 200 m in den Berg hinein, und dann mit einem Aufzug senkrecht nach oben. Clever gelöst!

 Wie erwartet hat man von hier oben einen tollen Ausblick.


Hier oben ist es gar nicht so voll wie erwartet, dafür wird es unten langsam eng.


Das ist definitiv nichts für uns, wir laufen über die Promenade zu einem kleinen Park mit mehreren riesengroßen Feigenbäumen. Hier geht ein Reiseführertipp aber ins Leere, ein nett beschriebenes Restaurant hat geschlossen.

Der weitere Weg führt uns wieder mehr in die Stadt. Es wird touristisch und voll, und diese Straßendekoration erschließt sich mir nicht wirklich.

Wir kommen wohl in die Club-Szene. Draußen ist es voll und laut, und wenn eine Tür aufgeht wird die Musik unerträglich. Die Anwerber auf der Straße ignorieren uns, wir passen schon lange nicht mehr in ihr Beuteschema.

Andere warten gerne, bis sie endlich reingelassen werden, wir haben genug vom prallen Leben und nehmen reißaus.

Wie gestern werden wir wieder am Hafen fündig und haben hier einigermaßen Ruhe und einen schönen Ausblick bis zum Sonnenuntergang.






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