Geburtstag in Toledo
Ich bin Baujahr 63, heute werde ich es!
Irgendwo in der La Mancha wollte ich diesen rentennahen Geburtstag dann auch nicht feiern, da kommt Toledo gerade recht.
Wir fahren mit den Öffis rein. Am Busbahnhof möchte ich eine Mehrfahrkarte kaufen. Es gibt 2 Schalter und eine Schlange davor. Ein Schalter ist quasi leer, und eine Frau ruft irgendwass, was wir nicht verstehen. Am anderen Schalter geht es sehr langsam voran, am Rechner läuft der Windows XP Screensafer...
Irgendwann haben wir dann doch unsere Karte (von dem leeren Schalter!) und laufen los. Die Altstadt hat eine tolle Stadtmauer mit den entsprechenden Toren.
Dahinter ist quasi jeder Straßenzug sehenswert.
Wir kommen nur bis zur Kathedrale, dann müssen wir uns auch schon sputen...
Ich habe nämlich gestern Abend im örtlichen Spitzenrestaurant 2 Plätze reserviert. Ich bin heute außer einem Geburtstagskind auch nur noch 2 Tage lang Privatier. Daher lassen wir es heute krachen!
Hier bereitet der Chef mit 2-3 Helfern das Essen vor unseren Augen zu.
Bevor wir lange die Weinkarte studieren, nehmen wir die große Weinbegleitung. In Deutschland waren wir mit so etwas noch nie so richtig zufrieden, ein paar Pfützen Wein zu hohen Preisen befriedigten uns bisher noch nie.
Hier geht es mit einem sehr guten Cava los.
Um Ordnung zu machen, stellt Brigitte anschließend das leere Glas oben auf den Tresen.
Ruckzuck wird wieder nachgeschenkt, das geht ja gut los!
Brot, Olivenöl, Salz in hoher Qualität markieren den Anfang. Der Chefkoch erklärt alles in spanisch, wir bekommen danach noch eine englische Übersetzung. Das ist doch nett.
Ich kann nicht sagen, dass es keinen Spaß macht, anderen bei der Arbeit zuzusehen. 😊
Die Perle in der Auster ist genauso wie der Goldbarren köstlich, egal was es dann doch war, denn die Erklärung war lange und sehr schnell.
Dazu einen, in einer Tonamphore gereiften, leichten Weißwein...
Anschließend roter Thunfisch in einer leeeckeren Spargelcremesuppe.
Dazu ein vollmundiger Viognier...
Wir schaffen es immer gerade so fertig zu werden, bevor der neue Gang kommt. Andere stellen ihren leeren Teller schon beiseite, während ich noch fotografiere.
Anschließend Kabeljau mit was weiß ich und mit einer lokalen zarten Rehwurst.
Dazu ein fetter Chardonnay...
...oder gab es den zum Risotto mit Trüffel und Morcheln???
"Geschmack erzählt in schönster Weise vom Himmel", und so muss also Wolke 7 sein, auf der ich gerade schwebe. Und dass die auch sooo einen guten Weinkeller hat, wusste ich gar nicht.
Aber schnell weiterschweben, die mit einem Lötbrenner angegarte Lachsforelle zerfällt auf der Zunge.
Dazu kommt ein sehr gut passender, gekühlter, leichter Rotwein.
Danach ein Stück Rehfilet mit spanischem Käse (auch wenn er wie ein Tête de Moine aussieht).
Dazu ein kräftiger Rotwein ohne Erklärung, aber wir trauen uns nicht nachzufragen, sonst wird am Ende das Glas wieder aufgefüllt, und das geht langsam nicht mehr.
Zum Abschluss ein prima Nachtisch mit einem süßen rotem Desertwein. Rebsorte, Jahrgang, was ist in der Teigkugel, was darunter, die Aufnahmerezeptoren melden Überlast und blinken nur noch rot, der Überblick schwindet. Immerhin lasse ich die Kerze übrig...
Ganz zum Schluss noch ein Digestif, nein zwei, da bei Brigitte nichts mehr geht.
"Es krachen zu lassen" wurde hier auf den Punkt gebracht!
Nach über 2,5 h sind wir wieder draußen, aber eine weitere Stadtbesichtigung ist nicht möglich. Zu voll ist der Magen, und in einem der 8 Gläsern war wohl irgendetwas wie KO-Tropfen drin...
Wir fahren mit dem Bus zum Womo zurück und haben dort noch einen schönen, restlichen Abend.
Daher müssen auch 4,5 km abgezogen werden, ich habe beim Busfahren die Uhr nicht angehalten.














Kommentare
Kommentar veröffentlichen