Barcelona Tag 4

Heute wollen wir etwa raus aus der Innenstadt und fahren daher gleich zum Placa de Espanya. Heute ist der Nahverkehrszug und die Metro nicht nur voll, wie an den letzten Tagen, sondern rappelvoll. Raus aus der Metro, und erst einmal staunen.

Die ehemalige Stierkampfarena ist beeindruckend, aber inzwischen zur Shopping-Mall degradiert worden. Aber man kann auf die Dachterasse, und das wird heute unser letzter Besichtigungspunkt werden. Wir laufen daher in das Gelände der Weltausstellung von 1929 hinein.

Den Palau Nacional lassen wir auch für später links liegen.

Am Caixa Forum, einem großen Museum mit zeitgenössischer Kunst, ist ein gut gemachter vertikaler Wald installiert.

Gegenüber möchte ich aber gerne etwas anderes sehen.

Der deutsche Pavillon von Mies van der Rohe hat mich mit seinen klaren Linien schon im Kunstunterricht vor rund 45 Jahren fasziniert. Nun kann ich wohl den letzten Punkt auf meiner architektonischen Bucket-List abhaken. Die Pyramiden und das Taj Mahal habe ich schon vor längerem gestrichen.

Am Placa de Espanya waren wir noch in der quirligen Stadt mit vielen Geschäften. Hätten wir doch dort nur schon das übliche kalte Wasser aus einem kleinen Supermarkt gekauft. Jetzt sind wir seit längerem in dem riesigen Park rund um den Montjuic unterwegs. In der Sonne ist es warm, und es geht bergauf. Ich bin klatschnass geschwitzt. Daher fällt mir am Poble Espanyol, einem Freilichtmuseum, sofort ein magisches Wort auf.

Bei "Eintritt frei..." höre ich auf zu lesen und steuere auf den Eingang zu. Dort wollen sie aber eine Eintrittskarte sehen. Das "... für die Einwohner Kataloniens" habe ich einfach übersehen. Eigentlich müsste ich mich bei der EU wegen Diskriminierung beschweren, wir gehen aber einfach weiter.
Rund um das Olympiastadion von 1929 und 1992 wird die Gegend für mich wieder optisch interessant.

Der Funkturm hat schon eine einzigartige Form...

... wogegen das Olympiastadion sicher nicht von Mies van der Rohe und dem Bauhausstil inspiriert wurde.

Zum Gipfel des Montjuic gibt es eine Kabinenbahn. Wir müssten aber erst wieder viele Meter runtersteigen und haben jetzt nur noch 56 Höhenmeter vor uns. Da sparen wir uns die 38 € und später sehen wir beim Runterlaufen die ewig lange Schlange vor den Kassen. Aber auch die letzten 56 Höhenmeter sind mit den müden Beinen der letzten Tage nicht ohne, früher hätten wir über 560 Höhenmeter gelacht. Ich suche Motive für Fotopausen...

An der Burg angekommen, hat man gar nicht so eine gute Aussicht, da rundherum Bäume stehen.

Wir wären ja rein, aber für die 24 € bekommen wir heute Abend eine gute Flasche Wein. Man muss halt Prioritäten setzten. Machen die anderen ja auch, die noch mit einer Tüte mit einem großem M aus der Bahn aussteigen und in die Burg gehen.
Ich finde schließlich 50 Meter tiefer einen ganz normalen Aussichtspunkt.

Man hat einen schönen Blick auf den Hafen und die Innenstadt...

...und da ist sie ja endlich!

Die Sagrada Familia ist sicherlich das imposanteste Bauwerk Gaudis. Seit 1882 wird daran gebaut, die Fertigstellung wird ständig verschoben, aber ich bin mir sicher, dass sie vor Stuttgart 21 fertiggestellt wird!
Wir sehen uns hier oben satt, und es gibt endlich das dringend notwendige Wasser. Bis hierhin war es eine schweißtreibende Pflicht, jetzt kommt hoffentlich die Kür.
Schon an der zweiten Möglichkeit ist die Schlange recht kurz, und wir trinken 95 %-iges Wasser mit Geschmack und bester Aussicht.

Miro kommt in Barcelona leider nicht gegen Gaudi an, aber es gibt auch von ihm hier einiges zu sehen.

Schon fast aus dem Park raus, hören wir wieder Life-Musik, diesmal aus einem Restaurant an einem Theater.

Einfach schön hier!
Danach nur noch wenige 100 m zum Palau Nacional mit mächtigen Wasserspielen und guter Aussicht.

Punkt 18:00 Uhr wird das Wasser überall abgestellt, und die Pracht ist dahin. Zeit, der Arena aufs Dach zu steigen. Brigitte darf umsonst hochfahren, ich zahle gerne das geringe Entgelt.
Von hier oben hat man einen tollen Blick auf den Placa Espanya (Ok, auch der ist eine große Baustelle) und der Gegend, die wir heute entdeckt haben.

Ich suche hier oben intensiv nach einer Sitzmöglichkeit mit Kalorienaufnahme und werde (erst einmal theoretisch) fündig. Nach weiteren 700 m stehen schon 8 Personen vor dem kleinen Lokal und warten. Glücklicherweise sind es 2 4er-Gruppen, und wir zu zweit werden zuerst reingebeten.
Das Lokal ist genau unser Ding! Die üblichen Tapas sind prima, werden aber vom ultrazarten Schweinebäckchen getoppt.

Völlig kaputt fallen wir nach der Rückfahrt und dem Absacker im Womo gleich ins Bett.


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