Was nun?

Um 7:15 Uhr klingelt mein Wecker. Heute ist Schluss mit lustig, ich habe ein volles Programm. Wir haben dummerweise gestern das Womo völlig unaufgeräumt und mit sämtlichem Spülkram stehen gelassen. Das dauert jetzt natürlich doppelt so lange, bis ich abfahrbereit bin.

Zuerst fahre ich zur Schule, um die Räder zu holen. Leider geht niemand ans Telefon, ich komme also nicht rein. Ich gehe um die Schule herum, entdecke einen Lieferanteneingang mit Parkplatz, gehe zurück zum Womo und fahre dort hin. Ein Mann geht gerade in die Schule, und ich rufe laut nach ihm. Ich komme wohl wegen der Rädern, erwidert er mir. Es hat sich also schon im Kollegium herumgesprochen, was gestern passiert ist.

Brigittes Fahrrad scheint stabiler als Brigitte zu sein. Ok, es ist ja auch erst 12 Jahre alt. Außer ein paar Schrammen, ist nur das Pedal durch den Polleraufprall kaputt.

Ich suche einen Stellplatz, der näher am Hospital ist. Ein sehr lauter Schotterplatz zwischen Autobahn, Eisenbahn und Durchfahrtsstraße wird meine Wahl, und ich fahre hin. Von dort laufe ich 5 km, größtenteils durch ein düsteres Industriegebiet, indem garantiert keine einzige Zeile Softwarecode programmiert wird, aber sicher tonnenweise Schrott, Steine und Erden bewegt werden.

Erst am Nachmittag bin ich im Krankenhaus, und Brigitte ist noch im OP. Mindestens noch 2 Stunden, heißt es. Ok, da es gestern ein Dinner-Canceling gab, schwebt mir heute wenigstens ein 'Dinner for one' vor. Um 16:30 Uhr hat natürlich noch kein Restaurant geöffnet, da bleibt nur Pizza oder Döner. Einzel gelegene Geschäfte sind kritisch, wenn die geschlossen haben, laufe ich mir hier noch den Wolf. Ich gehe daher zu einem nahen Einkaufszentrum. Hier ist alles voll in arabischer Hand, so wie das ganze Viertel. Macht nichts, bei uns macht ein Chinese den besten Lieferservice, vielleicht gibt es hier ja eine arabische Pizza. 
Nix gibt's, die "offene" Pizzeria macht erst in einer halben Stunde auf. Wenn überhaupt, denn die anderen Restaurants sehen völlig verrammelt aus. 
Also noch mal 2 Kilometer in die entgegengesetzte Richtung zu einem großen Leclerc-Supermarkt. Dort sind in dessen Vorraum eher offene Geschäfte zu finden. Und ich werde fündig. Basis-Nahrungsaufnahme nenne ich das, mehr ist es leider nicht.

15 Minuten nachdem ich wieder im Krankenhaus bin, wird Brigitte reingefahren. Die OP war wohl kompliziert aber erfolgreich, und ihr geht es soweit gut. Inzwischen habe ich herausgefunden, das ich knapp die Hälfte des Rückweges einen Bus nehmen kann. Der Rest ist allerdings sogar für mich im dunkeln grenzwertig recht spannend. 😲 
Meine Uhr zeigt einen Durchschnitt von 6,4 km/h. Da hatte ich es wohl sehr eilig...


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