Déjà-vu?
Die Nacht ist herrlich leise und stockdunkel. Hier wird nämlich um 22:30 Uhr die Straßenbeleuchtung abgeschaltet. Die halbe Auvergne macht hier mit gegen die Lichtverschmutzung. Der Sternenhimmel ist daher äußerst beeindruckend!
Es sind nur noch 2 Womos gekommen, der Platz gefällt uns.
Auch wenn es hier nachts auf 12 C runtergeht und das Womo gut abkühlt, will unser nun randvoller Kühlschrank nicht mehr so richtig. Da wir gestern genügend Käse und andere Leckereien für zu Hause eingekauft haben, tauen wir ein 3. Mal ab.
Leider können wir mit dem vielen Eis keine leckeren Getränke kühlen, morgens um 10:00 Uhr ist selbst uns noch nicht danach.
Ich hole die Räder raus, eine Radtour ist angesagt. Zuerst geht es hoch zur Burg.
In dieser Burg war es wohl früher immer sehr kühl, daher ist diese Burg wohl das Vorbild für die modernen Kraftwerkskühltürme. 😄
Der Ausblick auf den Ort und die höchsten Berge des ganzen Zentralmassivs ist sehenswert.
Mit sehr heißen Bremsen kommen wir unten wieder an. Der See ist schön in die Umgebung eingebettet.
Wir fahren ins Vallée de Chaudefour, welches sich uns nach dem See zeigt.
An einem großen Parkplatz machen wir Pause. Ab hier geht es nur zu Fuß weiter. So etwas hatten wir irgendwann und irgendwo schon einmal. Brigitte hat als Erste ein déjà-vu, dann denke ich auch: Das kann doch nicht sein, oder?
Doch!
Die Verschlagwortung meiner Bilder nimmt schon viel Zeit in Anspruch, aber hier zahlt es sich schnell aus. Wir haben an exakt diesem Ort vor 11 Jahren unsere, damals ganz neuen, E-Bikes das erste Mal alleine gelassen und sind in das Tal weiter zum Wandern. Sofort sehe ich auch, dass wir die Strecke bis hierhin schon gefahren sind und dass wir schon in Murol und am See waren. Wir sind etwas erstaunt, dass wir uns nur wenig daran erinnern können. Löscht Wein Erinnerungen? Wenn ja, dann ist es ok, und zur Ehrenrettung muss ich hinzufügen, dass wir seit damals fast genau 1000 weitere Übernachtungen mit dem Womo hatten. Und Teneriffa, Kreta, Zypern kommen dann auch noch dazu.
Die Gegend ist und bleibt aber toll!
Wir radeln auf neuer Strecke weiter (stimmt das denn wirklich???). An einer Auberge machen wir halt. Hier soll es die beste Truffade geben, ein regionales Gericht, welches hier von wirklich jedem Restaurant angeboten wird. Es ist nicht mehr viel los, es ist kurz vor 15:00 Uhr. Wir sehen, dass sie heute nur Mittags offen haben, und dann ist um 14:00 Uhr Schluss mit Essen. Chef und Chefin haben wohl auch schon mit Freunden ihr Mittagessen neben unserem Tisch eingenommen und sind gerade fertig.
Ich frage die nette Kellnerin trotzdem, ob es noch Truffade gibt. Sie verneint, sieht aber meinen sehr traurigen Blick und fragt dann doch noch den Chef. Der zuckt nicht einmal mit den Wimpern, sagt ja und verschwindet in der Küche. Nur so ist das entspannte Lächen von Brigitte zu erklären!
Wir wollten eigentlich nur eine Portion, haben aber dann doch 2 bestellt. Es dauert einige Zeit, und dann bekommen wir eine frisch zubereitete Truffade direkt vom Chef selbst!!!
Wir freuen uns wie kleine Kinder und legen los. Es schmeckt uns sehr gut, auch wenn das Gericht sicher besser in die kalte Jahreszeit passt.
Brigitte schafft mit Müh und Not etwa 1/3 der Portion. Ok, denke ich mir, aufgeben gilt nicht, denn der Chef sieht bei offenem Fenster von der Küche aus zu, da er kiloweise Fleisch für den nächsten Tag vorbereitet. Ich schaffe schließlich die Magendehnungsübung, und wir lassen leere Teller zurück.
Zum Glück geht es danach nur noch kurz berauf, bevor die Schussfahrt ins Tal beginnt. Nur keine Anstrengung jetzt, mein Magen hat bestimmt 2 bar Überdruck.
Am See ist schon richtig Sommerfeeling, bisher waren an ähnichen Orten noch alle Kioske und Bootsverleihe geschlossen. Sommer ist in Frankreich vom 15.6. bis 15.9., dann schließt alles wieder.
Aufs Tretbootfahren verzichte ich, obwohl sich die Fische bestimmt über die reichhaltige Mahlzeit gefreut hätten...














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