Wir probieren es

Es ist wieder heiß, in der Nacht hat es kaum abgekühlt. Aus irgendeinem Grund wollen wir aber trotzdem heute nach Sanlúcar auf das Fest. Ab dem Mittag wäre dort Programm, wurde mir erzählt.
Wir bekommen sogar noch einen früheren Bus und fahren in die Stadt. Wir steigen schon kräftig durchgeschwitzt bei deutlich über 30 C aus und merken gleich: Hier ist doch noch gar nichts los!


Was für eine Enttäuschung!
Vielleicht ist es einfach nur unsere falsche Interpretation des Begriffes "Mittag".
Wir versuchen, das Beste daraus zu machen und gehen in die Markthalle. Hier ist jedenfalls mehr los als auf der Festmeile.

In Sanlúcar werden besonders viele Garnelen angeboten.

Die werden hier überall schon kurz nach dem Frühstück mit einem Glas Manzanilla verspeist.
Auch die eher seltenen Messermuscheln gibt es reichlich.

Danach schlendern wir noch einmal mit offenen Augen durch die Stadt.



Nicht alle Gebäude sind so gut in Schuss wie diese Kirche.

Danach gehen wir wieder auf die Festmeile. Die vielen Pavillons bieten ja Essen und Trinken an. Es folgt die nächste Enttäuschung. Wir hätten gerne überall verschiedene Kleinigkeiten versucht, doch es gibt wohl immer nur große Portionen. Niemand außer uns möchte sich durchprobieren, hier setzt man sich, isst, trinkt und bleibt.
Na ja, wir kennen ja ein gutes Tapas-Restaurant, und dort gehen wir auch wieder hin.
Das Olivenöleis hätten wir auch ohne Salmorejo genommen, zusammen ist es natürlich noch besser.

Danach Krabben-Tortillas, auch eine lokale Spezialität.

Danach noch Tigermuscheln und Kroketten mit Schinken.

Das war wieder sehr schmackhaft, und zufrieden gehen wir erneut auf die Festmeile. Inzwischen läuft wohl eine Vorführung, wir finden aber nicht heraus wo.
Egal, das Fest haben wir sowieso schon abgeschrieben. Was aber nun wortwörtlich ins Auge fällt, sind die vielen Frauen, die sich ihre schönsten Flamenco-Kleider angezogen haben.

Und das bei inzwischen 37 C im Schatten. Ich verstehe nun auch, warum jede einen Fächer bei sich hat, diese kleinen Winderzeuger sind hier überlebensnotwendig.

Wir machen hier und da halt und lassen das ausgelassene Treiben auf uns wirken. In vielen Pavillons stehen Riesenlüfter, die die heiße Luft ordentlich beschleunigen. Ausnahmslos alle schwitzen, die erste Hitzewelle in Spanien trifft hier nicht nur uns.

Die Pavillons und Bars sind am späten Nachmittag nun randvoll, der Strand hinter der Festmeile ist dafür umso leerer.

Am frühen Abend fahren wir zurück, wir haben ja noch eine Plficht vor uns.

Ob sich das Alles bei dieser Hitze gelohnt hat?
Wir wissen es nicht...


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