Wir flüchten

Wir waren wohl nun eine Woche in Sanlucar. Das könnte ein neuer Bleiberekord sein. Aus dem Kopf können wir uns aber bei über 1700 Übernachtungen nicht mehr genau erinnern, ob wir irgendwo an einem Stück schon länger waren.

Jetzt ist es aber Zeit zu fahren. Und zwar wortwörtlich. Es sind die 2 heißesten Tage des Jahres angesagt. 40 C sollen erreicht werden. Das ist selbst für Andalusier im Mai außergewöhnlich. 
Wir möchten in angenehmere Temperaturen, und die finden wir nur an der Algarveküste oder an der Westküste Portugals. 
Wir fahren somit am Mittag Richtung Sevilla. Die Klimaanlage tut ihr Bestes, draußen wird es immer wärmer. Wir tanken und kaufen ein letztes Mal in Spanien groß ein. Im riesen Supermarkt hält man es bestens aus. Draußen trifft uns der Schlag. 46 C auf dem Parkplatz in der stehenden Hitze. Wir fahren los, aber der Thermometer geht nicht unter 42 C. Zusätzlich stehen wir durch einen (natürlich vermeidbaren) Unfall über eine Stunde im Stau. Der Motor kocht, wir auch, da wir in der Sonne sitzen. Literweise trinken wir lauwarmes und damit gefühlt kaltes Wasser. Später auf dem Land sind es immer noch 40 C. Wir könnten jetzt gar nicht irgendwo anhalten, man würde es nicht aushalten, und am kühlsten ist es gerade beim Fahren!

Wir fahren bis nach Ayamonte an der portugisischen Grenze.  

Der kommunale Stellplatz ist recht neu,  aber irgendwie nicht richtig durchdacht. Asphalt, kein Schatten, Tisch und Stühle darf man nicht raus stellen. Hier hält man es jetzt schon nicht aus, wer soll hier im Sommer stehen?

Portugal ist greifbar nahe, die Grenzbrücke erinnert mich an das Viaduc de Millau, nur die Pfeiler sind 150 m kürzer.

Wir laufen in den Ort. Der ist gar nicht so unansehnlich. 

Man merkt die Nähe Portugals, die Sitzbänke haben hier schöne Azulejos.

Bei der üblichen Restaurantsuche gefallen uns die Empfohlenen nicht, und wir nehmen ein uriges Restaurant, welches in keiner App auftaucht.

Und siehe da, es erfüllt genau unsere Ansprüche! 

Pulpo, Anchovis, Venusmuscheln und die neu kennengelernten Krabbenchips sind richtig lecker, nur der letzte Carajillo in Spanien ist sensationell schlecht und völlig überteuert.

Es ist immer noch sehr warm, was wollen wir da am Womo? Wir nehmen keine Cola auf Eis und genießen den lauen Abend.

 


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