Pumpentausch

Recht früh laufen wir am Morgen zur Dusche. Brrr, es sind nur 7 C draußen und es ist windig! Nach dem Frühstück im Womo fahren wir wieder nach La Azohia zurück, wo wir von 4 Tagen herkamen. Damit es schnell geht, fahren wir dieses Mal aber über die Autobahn, was nur 3,75 € kostet. 

Der gut sortierte Campershop vor Ort hat zum Glück noch die Pumpe, die ich mir vor 5 Tagen schon angesehen habe. Um 12:00 Uhr fange ich auf dem Parkplatz des Shops mit dem Pumpentausch an.

Diese hier hat 23 Jahre gehalten und ca. 36.000 l Wasser gepumpt. Klasse! 

Die Frau vom Shop hat mir schon gesagt, dass die aktuellen Pumpen das nie schaffen werden. Bei der neuen Pumpe, obwohl im oberen Preissegment angesiedelt, hat man auch gleich nur einfaches Plastik in der Hand.

Die alte Pumpe ist recht schnell entfernt.

Die neue Pumpe hat dann entgegen der Aussage der Verkäuferin nun doch andere Befestigungsmaße. Vorsichtshalber lasse ich mir noch ein kleines Holzbrett zuschneiden, wo ich die Pumpe notfalls montieren könnte. Einfacher ist es natürlich den alten Halter zu nehmen, der mit 2 Schrauben am alten Pumpengehäuse festgeschraubt war.
Und genau diese 2 Schrauben lassen sich nicht von der neuen Pumpe lösen, da selbstsichernde Muttern im Gehäuse sind, die sich nun munter mitdrehen. Ok, wenn ich den Pumpenkopf abschraube, müsste ich doch an die Muttern kommen. 3 Schrauben gelöst, nichts tut sich. Nochmals 3 Schrauben gelöst und der ganze Pumpenkopf ist zerlegt. Das war es dann schon mit der Garantie, und an die Haltermuttern komme ich immer noch nicht. Da wird doch tatsächlich bei der Montage als erstes der Halter ans Gehäuse geschraubt, und dann die ganze Pumpe fertig eingebaut, so dass der Halter überhaupt nicht mehr abgeschraubt werden kann!

Aus!
Weitere Schrauben werde ich nicht mehr lösen, ich komme mir vor wie bei einer Matroschka-Figur! Und der Zusammenbau dauert dann leider auch länger. Die Brettlösung fällt dann auch aus, da das Brett leider 2 cm zu groß ausgefallen ist, und der Laden inzwischen geschlossen hat.

Also wird die neue Pumpe mit selbstscheidenden Schrauben direkt festgeschraubt.
Die alten Wasseranschlüsse passen wenigstens und dann heißt es "Wasser marsch".

Die Pumpe liefert allerdings wenig Druck und schaltet, wie die alte Pumpe, nicht ab!
Aber warum???
Die Luft in der Leitung müsste doch schon längst raus sein!
Nach vielen Versuchen merke ich, dass auf der Saugseite durch das Gewinde ständig Luft mitangesaugt wird. Ich kann mir überhaupt nicht erklären, warum die Druckseite dicht und die Saugseite undicht ist!

Ok, dann nehme ich halt den neuen, mitgelieferten Anschluss.
Aber dann der GAU!
Der Anschluss ist für 13 mm Wasserleitungen, und wir haben nur 10 mm!!!

Ich habe ja allerlei Ersatzteile oder Dinge im Womo, die man zu Ersatzteilen umfunktionieren kann. Aber so einen Adapter habe ich nicht. 

Nach über einer Stunde habe ich es wenigstens geschafft, mit aller Gewalt den Anschluss rund 1 cm in die alte Wasserleitung, die bestimmt seit 15 Jahren keinen Weichmacher mehr enthält, zu pressen. Schnell eine solide Schlauchschelle drauf und "schon" funktioniert alles!

Die Pumpe ist aber wahrscheinlich darauf ausgelegt, mit einem Druckausgleichsgefäß zu arbeiten, denn sie schaltet sich beim Pumpen laut stotternd ständig ein und aus.

Egal, wir haben wieder fließendes Wasser und zurück in Stuttgart wird eine Bessere eingebaut.

3,5 h habe ich nun, fast ständig kniend, in der Heckgarage verbracht. Ich könnte nicht sagen, welches Körperteil nicht weh tut.

Wir fahren wenige Kilometer weiter auf unseren alten Platz, wo wir vor einer Woche schon einmal ankamen. Wir machen hier weiterhin, im Gegensatz zu vielen anderen, kein Camping und gehen die paar Meter an den Strand, um ein kühles Bier zu genießen.

Anschließend wollen wir in einer Tapas-Bar etwas essen. Ich gehe also rein und es kommt mir irgendwie spanisch vor, dass es so dunkel ist. 😄 Ein Spanier erklärt mir, dass seit 12:30 h in ganz Spanien und Portugal der Strom ausgefallen ist. Wir haben, autark wie wir sind, noch nichts davon gemerkt. Es ist der größte Blackout, den es in Europa je gab!

Somit ist Dinner-Canceling angesagt. Immerhin sind die Getränke aus den großen Kühltruhen noch richtig kalt und werden verkauft. Einige Getränke später gehen wir zurück zum Womo und naschen ein paar Leckereien.

Bis die Sonne untergeht sieht alles ganz normal aus.

Dann sehen wir aber, dass noch immer kein Strom vorhanden ist. Bis auf den Leuchturm und ein paar Boote und Autos ist alles dunkel.

Normalerweise sieht es so aus...


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