Saint-Pol-de-Léon
Am Morgen laufe ich kurz in den Ort und kaufe Baguette und Croissant. Dieser winzige Weiler hat tatsächlich 2 offene Bäckereien. Leider hatten die beiden Restaurants gestern, am landesweiten Restaurantruhetag geschlossen. Bei Dauerregen wären wir hier, auf dem für uns tollen Platz, gerne geblieben, aber das brauchbare Wetter schickt uns weiter.
An der Küste gibt es immer wieder schöne Stellen.
In Locquirec laufen wir wieder ein Stück den Küstenwanderweg GR 34.
Im Ort haben wir das Gefühl, dass es hier nur 2 Arten von Saison gibt: Die proppenvolle Hauptsaison und die aktuelle "überhaupt keine Saison". Es ist nicht nur nichts, sondern gar nichts los.
Die einzig offene Bar ist nur eine Wndmalerei...😩
Trotzdem ist der Weg interessant und zeigt die typische Bretagne.
Nach diesem Spaziergang beschließen wir, dass wir heute wieder schön Essen gehen wollen. Dazu wird der nächstgrößere Ort, Saint-Pol-de-Léon, angefahren. Dort sollte es etwas Auswahl geben. Es gibt in Stadtnähe den Parkplatz des ehemaligen Bahnhofs. Der ist zwar deutlich weniger einladend, als der Bahnhofsparkplatz am Anfang unserer Reise, aber was soll's.
Da wir hier im "goldenen Gürtel" sind, einem landwirtschaflichen Gebiet, in welchem 90 % der Artischocken Frankreichs angebaut werden, haben wir uns ein Restaurant ausgesucht, in welchem fast alle Hauptgerichte mit einer ganzen Artischocke angerichtet werden. So etwas hatten wir noch nie und wird es wohl auch in ganz Europa nicht oft geben.
Zum Glück ist die Tür schon eine Stunde vor Öffnung offen, und wir reservieren einen Tisch.
Der folgende Stadtbummel ist daher sehr entspannt.
Der höchste Kirchturm der Bretagne, der von der Kreisker-Kapelle, ist wirklich sehr filigran.
Vor der nur wenig entfernten Kathedrale genießen wir einen Hauch von Sonne.
Wer hier welchen Turm kopiert hat, weiß ich nicht, aber nach einem Kir Breton werden die Türme immer ähnlicher.
In der Kathedrale entdecke ich eine Neuheit.
Die Spende für die Kerzen werden hier kontaktlos abgebucht! Da soll noch einer sagen, die katholische Kirche sei rückständig. 😄
Wir sind rechtzeitig zurück am Restaurant, wo uns ein großes Schild mit "Complet" empfängt. Gut, dass wir reserviert hatten.
Es geht stilvoll los.
Die Vorspeise ist eine abgewandelte Form eines Bruscetta, aber mit Artischocken-Guacamole und Ziegenfrischkäse. Ein Genuss...
Als Hauptspeise nehmen wir Artischocke "asiatisch" mit Garnelen, Kokosmilch, Galgant und anderen Feinheiten einer guten Küche.
Optisch erkennt man fast nur die Artischocke, geschmacklich war das aber eine geniale Geschmackskomposition! Und sich durch die verschiedenen Blattarten von oben bis zum Boden durchzuessen, war eine tolle, neue Erfahrung.
Dazu einen 22er Chardonnay aus dem Burgund, perfekt!
Und der unschöne Stellplatz erweist sich in der Nacht noch als sehr ruhig, was will man mehr?











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