Trégastel

Gestern haben wir uns am Nachmittag, nach nur ein paar Kilometern Fahrt, auf einem recht leeren Campingplatz in der Nähe von Trégastel eingenistet. Die Hochburg des Bretagnetourismus, in der wir hier an der Cote de Granit Rose sind, hat wirklich jede Parkmöglichkeit mit einem Übernachtungsverbotsschild ausgestattet.
Am Abend und in der Nacht regnet es kräftig. Uns ist das egal, im Womo ist es kuschelig.

Das lange Duschen am Morgen tut gut, das Frühstück ist wie immer lecker, selbst der alte Maroille-Käse ist nach Entfernen der Rinde ein Genuss.
Nach dem Frühstück hirnen wir über die weitere Reise. Es sind 6 Tage Schmuddelwetter angesagt. In ganz Frankreich. Sonst wären wir wohl jetzt nach Süden aufgebrochen.
Wir beschließen aber, dieses Mal das Wetter auszusitzen, um noch den Rest der für uns noch unbekannten Bretagne zu sehen!
Aus einem gemütlichen Tag mit Reiseplanung und anderen liegengebliebenen Dingen im Womo wird aber erst einmal nichts. Der Himmel wird heller, der Nieselregen hört auf, und auch wenn die Füße sagen, dass sie uns in Frankreich schon 120 km getragen haben, wir laufen in den Ort.

Der Küstenwanderweg GR 34 geht hier teilweise durch Naturschutzgebiete...

...oder direkt am Strand entlang.

Um 14:00 Uhr kommen wir am ersten, randvollen Restaurant vorbei. Dass es dann nichts mehr zu Essen gibt, ist uns klar, Hunger haben wir ja auch noch nicht. Aber es gibt im Barbereich etwas zu Trinken. Im Innenraum ist es warm und stickig, ich brauche eine Abkühlung. Beim Fächern mit der Getränkekarte entdecke ich dort genau das Richtige!

Das Eis Beurre salé und die zugehörige Creme sind ein Gedicht. Die Karamellcreme mit gesalzener Butter haben wir erst vor wenigen Jahren entdeckt und schmeckt uns beiden sehr gut. Es macht nichts, dass es keine Vorspeise und Hauptgericht mehr gab, diese Eisportion reicht!

Danach geht es an der Küste weiter.

In der nächsten Bucht kommt sogar kurz die Sonne raus. Auf die Idee, eine Sonnenbrille mitzunehmen, kam ich bei dem Wetter vor wenigen Stunden nicht.

Wir machen daher noch eine kurze Pause. Eine Möwe erkennt wohl, dass wir etwas Knabberzeugs auf dem Tisch haben. Die Viecher sind sonst ja rotzfrech und nehmen sich einfach das Eis, die Bratwurst, oder auf was sie sonst noch scharf sind.

Diese hier läuft aber langsam an uns vorbei und steht Modell. Noch nicht einmal mein Kamera-aus-der-Tasche-fummeln stört sie.

Sehr elegant. Dann zeigt sie aber, dass noch die Belohnung aussteht.

Zum Glück kommt eine weitere Möwe vorbei, und wir können unsere Knabbereien selbst essen.

Granit und Ebbe haben wir inzwischen ausreichend gesehen. Langweilig wird es aber trotzden nicht.

Von Schlechtes-Wetter-Aussitzen konnte heute keine Rede sein. Wir bleiben auf dem Campingplatz und am Abend gibt es nur etwas Salat und Tapenade.
Irgendwie habe ich gar keinen Hunger...


Kommentare

  1. Frohes Aussitzen und eine gute Zeit euch weiterhin auf eurer Reise...🤗

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    1. Danke, das wird schon, auch wenn hier das Wetter sehr schnell wechseln kann.

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