Imbros-Schlucht
Oh je, noch 'ne Schlucht.
Besteht ganz Kreta denn nur aus Schluchten?
Nein, es gibt auch noch die Bereiche zwischen den Schluchten! 😂
Spaß beiseite, die Schluchtenwanderungen sind sicher ein ganz großer Reiz von Kreta. Man kann auch auf hohe Berge, aber zur Zeit ist es dort noch kühl und tagsüber bilden sich dort viele Wolken.
Da wir die bekannte Samaria-Schlucht dieses Jahr aus verschiedenen Gründen nicht laufen wollen, nehmen wir die 'kleine Schwester der Samaria-Schlucht', wie die Imbros-Schlucht oft genannt wird.
Wir gehören bei der nicht allzu frühen Ankunft wohl zu den letzten Wanderern, fast alle Parkplätze sind schon belegt.
Nach 5 € Eintritt geht der Spaß los.
Da wir zum Meer wandern, geht es nur bergab. Prima! Jedenfalls jetzt...
Der Weg mit mehr oder weniger Geröll macht uns nichts mehr aus, da sind wir schon andere Wege gelaufen. Der Weg verengt sich mit der Zeit immer mehr.
Und mehr...
...bis wir schließlich an die nur 1,6 m breite Engstelle kommen.
Es sind noch einige Wanderer unterwegs, aber die verteilen sich gut. Später erfahren wir, dass es besser ist, spät zu starten, da am Morgen hier Busladungen von Leuten durchgeschleust werden. Ähnlich wie in der Samaria-Schlucht. Hier aber teilweise in Badeschlappen oder Pömps!
Daher gibt es hier für die immer wieder passierenden Fuß- und Beinunfälle eine voll funktionierende Rettungskette. Das Bergefahrzeug kommt an jede Stelle der Schlucht und hat vorsorglich 4-Rad-Antrieb...
...bzw. 4-Huf-Antrieb. Kein Witz, dies ist ein leibhaftiger Rettungsesel. Die menschliche Leitstelle verkauft in der rettungslosen Zeit Getränke und andere Kleinigkeiten.
Danach weitet sich die Schlucht wieder, bleibt aber weiterhin sehenswert.
Zum Abschluss noch ein fotogenes Loch im Fels...
...und schon sehen wir die Südküste.
Schon unterwegs hatten wir beschlossen, nicht wieder bergauf zurück zu laufen. Das steigerte sofort die Stimmung bei der Hälfte unserer Wandergruppe.
Wir kehren bei Anette ein, die seit rund 25 Jahren hier mit ihrem kretischen Mann eine Taverne betreibt. So bekommen wir auch einige 'Insiderinformationen' ohne mögliche Übersetzungsfehler.
Der selbst gemachte quarkähnliche Käse ist saulecker!
Danach traue ich mich an geschmorte Ziege ran. Ohne Übersetzungsrisiko!
Optisch sicher nicht jedermanns Ding, und feinmotorisch ist das Lösen des Fleisches vom Knochen eine Herausforderung. Ein Semester Chirurgie hätte hier sicher geholfen. Geschmacklich bin ich aber positiv überrascht, da das Fleisch sehr zart ist, würzig schmeckt und irgendwie gar nichts mit Ziege zu tun haben will.
Anette wechselt danach kurz den Job und fährt uns als Taxifahrerin die vielen Höhenmeter zu unserem Auto zurück.
So macht Schluchtenwanderung noch mehr Spaß!



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