Unser Luxus-Rasen-Kurpark-Stellplatz hat noch ein weiteres extravagantes Feature. Staubige Wohnmobile werden nachts automatisch gewaschen!!!
Ich bekomme es gar nicht so richtig mit, aber Brigitte erschreckt sich schon, als mitten in der Nacht, die im Rasen eingebauten Rasensprenger angehen. 😃
Heute fahren wir nach Camarinas. Dort habe ich eine Radtour zusammengestellt, die im Reiseführer beschrieben wurde. Ich bastele daraus einen GPS-Track, nur damit kann ich vernünftig fahren. Beim Aussteigen im Ort merke ich aber schon, dass hier deutlich mehr Wind weht, als einige Kilometer im Landesinneren. Ich schaue in die Windfinder-App, und die Wetterstation am Leuchtturm meldet 7 Bft Wind und 8 Bft in Böen. Das sind für Landratten wie uns umgerechnet 52 km/h und 65 km/h. Zu viel, damit Brigitte noch Spaß hat. Also die Tour gekürzt und umgewandelt zum Wandern.
Dann laufen wir guten Mutes los.
Der Ort ist ein Zentrum des Klöppelns. Vor einigen Läden wird dafür geworben.
Das ist bestimmt eine große Handwerkskunst, aber nicht unser Ding, daher laufen wir weiter.
Nach 1,5 km ist aber schon wieder Schluss. Wenn wir jetzt eine Kleinigkeit Essen und Trinken, kann ich nach der Wanderung wieder gut weiterfahren, so unser Gedanke.
Ich scanne den QR-Code der Speisekarte eines ansprechenden Restaurants ein, und siehe da, die haben unseren Lieblings-Albarino. Und man kann windgeschützt draussen am Hafen sitzen. Da brauchen wir ausnahmsweise mal nicht die anderen 10 Restaurants in der Nähe noch anschauen.
Unüblicherweise bestellen wir nur 2 Vorspeisen. Wie schon gesagt, nur eine Kleinigkeit vor dem Wandern.
Die kleinen Jakobsmuscheln sind wieder klasse, verpassen aber knapp den Michelin-Stern. Dafür bekommt ihn der Pulpo. Der Beste in diesem Urlaub bisher, mit einigem Abstand. Und das waren ja nicht wenige.
Das ist zu gut, um aufzuhören, denken wir uns.
Ich nehme noch den Fisch des Tages. Es ist Steinbutt, dies überrascht mich. Ein solch edler Fisch als "Tagesfang"?
Die Portion ist natürlich nicht riesig, aber wirklich gut. Den Vogel, bzw. den Fisch schießt aber Brigitte ab. Seezunge wird bestellt. Den kennen wir als feinen Fisch, aber eher so groß wie eine große Hand und recht dünn. Und dann kam dieser Brocken...
Dies ist für uns Landeier eine Mega-Seezunge! Für 18 €!!! Brigitte kämpft mit der Menge, ich helfe gerne aus, da der Fisch qualitativ traumhaft ist.
Wir schweben im 7. Himmel und bestellen aus Übermut noch Nachtisch.
Ein Eierflan, richtig gut. Aber mein warmes Schokoladen-Törtchen ist göttlich. Mit Karotten-Eis, von dem wir gerne eine große Packung mitgenommen hätten!
Irgendwann muss dann die Wanderung weiter gehen. Wahrscheinlich ist es 16:30 Uhr, wir schweben geistig im 7. Himmel, der Körper will das auch, und möchte nicht mehr laufen.
Der Weg ist aber sehr schön. Immer an der Küste entlang.
Unterwegs gibt es kleine, versteckte Buchten. Wäre das Wasser 10 C wärmer, würden wir jetzt eine Runde Schwimmen.
Es gibt auch größere Buchten, wo wir sogar mit dem Womo stehen könnten. Heute ist es leider zu windig dafür.
Es geht weiter Richtung Leuchtturm. Mein Bauch ist voll, aber solange ich nicht 10 km rennen muss, ist alles in Ordnung. Brigitte geht es nicht so gut. Der volle Magen und das Wandern vertragen sich nicht.
Richtung Leuchtturm pfeift der Wind ordentlich. Hier wäre Radeln durch die Böen nicht mehr spaßig. Und hier sind wir auf der windabgewandten Seite.
16 C Luftemperatur, 7 Bft Wind, so stelle ich mir einen Sommertag auf Borkum vor! 😂😊😘
Am Leuchtturm kann man die Landschaft so sehen...
Dort gibt es eine große Fischfarm. Ich möchte nicht missionieren, aber die Meere leergefischt haben wir schon (auch durch uns natürlich!), daher sind Fischfarmen sicherlich eine zukünftige Form der Nahrungsbeschaffung. Und auch die hier optisch nicht ganz so passenden Windräder sind aktuell notwendig. Noch eine Generation lang Windräder, denke ich, dann werden Solarzellen die Stromproduktion weitestgehend übernommen haben.
Und dass die Windräder hier schon eine gewisse Laufzeit hinter sich haben, sieht man recht deutlich.
Aber sie laufen, und laufen, und laufen...
Erst um 19:30 Uhr sind wir wieder am Womo. In der Nähe gibt es laut App keinen schönen Stellplatz und jetzt noch anfangen, einen einigrmaßen windgeschützten Platz auf eigenen Faust zu suchen, wollen wir auch nicht.
Daher fahren wir wieder zurück auf den Platz, auf dem wir die letzte Nacht gestanden haben.
16°C im Sommer JA.
AntwortenLöschenAber Bft 7 weniger! 😉